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Tragödie auf der A 4: Stahlrohr durchbohrt Doppeldeckerbus: 

«Sie begreifen jetzt erst, was passiert ist»

11. Feb 2006 16:39
Tödlicher Busunfall auf der A 4
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Voller Vorfreude waren die Busse voller Schüler auf dem Weg in die Skiferien. Um 3.20 Uhr krachten zwei Busse und ein Laster auf der A 4 zusammen - mit tödlichem Ausgang.

Von Elke Silberer

Es war ein Zufall mit furchtbarem Ende. Zwei Busse voll mit Schülern aus England, beide auf dem Weg in die Skiferien nach Österreich. Auf der Autobahn 4 bei Kerpen in Nordrhein-Westfalen kommt es in den frühen Stunden des Samstags zu einem verhängnisvollen Unfall. Der erste Bus hält - wahrscheinlich wegen einer Reifenpanne - auf dem Standstreifen. Ein Lastwagen kracht ins Heck, Augenblicke später prallt der nächste Bus ungebremst in die Wracks.

Mehr in der Netzeitung:
  • Tote bei Busunfall nahe Kerpen 11. Feb 2006 08:19, ergänzt 12:21
  • Ein Stahlrohr von dem Lastwagen bohrt sich durch den ersten Bus und tötet einen 14-jährigen englischen Jungen. Im zweiten Bus stirbt ein 70-jähriger Engländer auf dem Beifahrersitz. 28 Menschen sind verletzt. Die anderen stehen Stunden danach noch unter Schock. «Sie begreifen jetzt erst langsam, was passiert ist», sagt der leitende Notarzt, Hubert Titz.

    Zwei Schulgruppen aus Norfolk

    Die Schüler sind zwischen 12 und 18 Jahre alt und kommen aus zwei Schulen im englischen Bezirk Norfolk. Die größere Gruppe aus Ipswich war in einem Doppeldeckerbus unterwegs und wollte ins Zillertal. Die andere kam aus der fast benachbarten Stadt Norwich. Nach Erkenntnissen der Polizei sind beide Busse unabhängig voneinander am Freitag gestartet.

    Zwei Busse und ein Laster sind ineinander gekracht
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    Es war einige Zeit nach Mitternacht und dunkel, und wahrscheinlich haben die meisten geschlafen, als der Busfahrer des Doppeldeckers bemerkt haben muss, dass mit seinem Fahrzeug etwas nicht stimmt. Auf der A 4, kurz vor Köln, fuhr er auf den Standstreifen. «Wir haben einen Busreifen gefunden, vielleicht hatte er eine Reifenpanne», sagt der Sprecher der Bezirksregierung Köln, Andreas Moh.

    Unfall um 3.20 Uhr

    Die nächsten Minuten wurden für 108 Menschen ein Grauen. Ein Laster krachte gegen 3.20 Uhr in den Bus. Sein Anhänger stellte sich quer. Augenblicke später donnerte der zweite Bus in die Unfallstelle. Die Wracks blieben ineinander verkeilt liegen. In ihnen 108 Menschen, verletzt, unter Schock - und zwei tot.

    Nur zwölf Minuten später waren die ersten Hilfskräfte am Unfallort. «Es war dunkel, es war kalt, viele waren aus dem Schlaf gerissen worden. Die meisten hatten nicht verstanden, was passiert ist», erklärt Titz. Wer konnte, kletterte allein aus den Wracks. Die anderen wurden von den Rettungskräften herausgeholt.

    Keine Panik unter den Unfallopfern

    Die Unfallopfer waren ruhig. Es gab keine Aufgeregtheit. Mit Decken eingehüllt hätten sie sich zunächst auf eine Wiese gesetzt, schildert Titz. Sie wurden später in eine Kerpener Schule gebracht. Erst Stunden danach wurde ihnen bewusst, was da passiert war. «Einige sprechen miteinander. Andere haben sich in den Schlaf geflüchtet», sagte der Notarzt.

    Ihr Gepäck sollte am Nachmittag aus den Wracks geholt werden. Sie wollten nach Hause zu ihren Familien. Unterdessen kämpfte ein Begleiter der Schüler noch um sein Leben. Es war direkt nach der Bergung wegen schlimmster Verletzungen operiert worden. (nz)

     
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