netzeitung.deLebensrettende OP wegen Geldstreits geplatzt

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Operation im Krankenhaus (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Operation im Krankenhaus
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine Schwerkranke hat Medien zufolge eine Organspende deshalb noch nicht erhalten, weil sich ihre Ärzte und die für die Spende verantwortliche Stiftung um die Kosten streiten. Ihr Überleben ist ungewiss.

Weil sich die Chirurgen im Münchner Klinikum Großhadern und die für die Organisation der Organspende verantwortliche Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) um die Arzt-Vergütung streiten, muss eine schwerkranke Lungenpatientin weiter auf die rettende Operation warten. Die Patientin kämpfe derzeit auf der Intensivstation des Universitätsklinikums um ihr Leben, berichtete die «Süddeutsche Zeitung» – und das, obwohl vergangene Woche in Zwickau eine Frau gestorben sei, deren Lunge der Patientin zugeteilt wurde.

Grund dafür ist ein Streit ums Geld. Die DSO hat dem Blatt zufolge zum 1. Januar ihre Verträge mit den Transplantationszentren einseitig gekündigt. Sie wolle den Chirurgen die Rufbereitschaft nicht mehr vergüten. Während die Chirurgen bislang auch dafür entlohnt wurden, solle künftig nur noch die Organentnahme selbst bezahlt werden. Auf die neuen Verträge wollen sich die Ärzte aber nicht einlassen. Sie weigerten sich, ins Flugzeug zu steigen, um die Lunge für ihre Patientin zu holen. «Wir sind nicht einmal versichert», sagte ein Chirurg, der nicht namentlich genannt werden will, dem Blatt.

Wegen der neuen Vergütung halten viele Zentren keine Bereitschaftsärzte mehr für die Organentnahme vor. Auch drei Zentren aus Sachsen und Thüringen hatten die Entnahme des Organs in Zwickau für die Münchner Patientin abgelehnt. «Wir haben kein Personal, um für andere zu explantieren», lautete die Begründung der Universitätsklinik in Jena und der Herzzentren in Leipzig und Dresden. Die DSO nannte den Vorfall «äußerst bedauerlich».

Der Großhaderner Chef-Chirurg Karl-Walter Jauch versprach dem Blatt, künftig wieder für Organentnahmen ins Flugzeug zu steigen. Es gebe nun «definitive Absprachen», damit die Entnahmen künftig sichergestellt seien. (nz)