netzeitung.deVerdorbenes Wild als Edel-Fleisch verkauft

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Untersuchung von Fleischproben (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Untersuchung von Fleischproben
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach einem neuen Fleischskandal in Niederbayern erheben die Ermittler schwere Vorwürfe. Dem Verbraucherschutz- Ministerium zufolge wurde minderwertiges Wild aufgetaut und als Frischware verkauft.

Ein Skandal um verdorbenes Wildfleisch beschäftigt die Ermittler in Niederbayern. Eine der Frischfleischproben aus dem betroffenen Passauer Betrieb sei mit Salmonellen belastet gewesen, teilte Bayerns Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf (CSU) in München mit.

Dem Ministerium zufolge ergab eine Auswertung von Emails der Firma Hinweise, dass aufgetautes Fleisch als Frischware deklariert wurde und verdorbene Ware in voller Kenntnis verkauft wurde. Dem Unternehmen sei vorübergehend verboten worden, verarbeitetes Fleisch zu verkaufen. Es werde geprüft, ob der Firma die Zulassung zur Verarbeitung und zum Handel mit Fleisch entzogen wird.

Die Liste umfasst Hirschrücken, Wildschweinrücken, Fasanenbrustfilet, Hasenrücken und Hasenkeulen. Nach Auswertung der Emails besteht nach Ministeriumsangaben konkreter Betrugsverdacht. So habe es in einer der Emails geheißen: «...soll ich wirklich aus den Wildenten Fasanen machen?» In einer weiteren Email stand: «Ich habe euch gestern 465 kg abgelaufenes Hirsch-Wadengulasch und 100 kg Känguru-Gulasch rübergeschickt, daraus sollt ihr die 400 kg Wildgulasch ... machen, den Rest Wadengulasch könnt ihr sicher für was anderes verwenden.» Das Unternehmen räumte ein, dass bei den Produkten «sensorische Abweichungen auftreten» könnten.

Das Fleisch wird derzeit zurückgerufen. Die anderen Bundesländer wurden nach den Worten von Schnappauf über die Produkte informiert. Zwei Amtstierärzte wurden vom Dienst suspendiert. Eine Sonderkommission solle klären, warum die Tierärzte die Hygienemängel nicht erkannten.

«Das Ganze hat das Zeug zu einem handfesten Fleischskandal», so Schnappauf. Die Unterlagen des Betriebes würden derzeit ausgewertet. Die Kriminalpolizei habe am 9. Januar Unterlagen an das Veterinäramt Passau weitergeleitet. (nz)