25.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Das Landgericht Lübeck hat einen 21-Jährigen zu fast elf Jahren Haft verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, zwei zehnjährige Zwillingsschwestern entführt und vergewaltigt zu haben.
Nach der brutalen Vergewaltigung zweier zehnjähriger Zwillingsschwestern hat das Lübecker Landgericht einen 21-jährigen Mann zu zehn Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Das Gericht sprach Benjamin S. der Geiselnahme, der besonders schweren Vergewaltigung und des schweren Kindesmissbrauchs schuldig. Es entsprach damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Mann nahm den Urteilsspruch regungslos entgegen.
Benjamin S. hatte den beiden Mädchen im Juli 2005 in einem Lübecker Naturschutzgebiet aufgelauert. Er bedrohte sie mit einer Gaspistole, vergewaltigte die Kinder und misshandelte sie auch auf andere Weise. Die Mädchen wurden mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert.
Schwere psychische Folgen«Die Tat macht betroffen», sagte der Vorsitzende Richter Christian Singelmann in der Urteilsbegründung. Der Täter habe den Mädchen nur Sekunden Zeit gegeben, sich auszuziehen. Er habe gedroht, andernfalls eine der beiden Schwestern zu erschießen. Eines der Mädchen befindet sich noch immer in stationärer Behandlung in einer jugendpsychiatrischen Klinik, ihre Schwester wird ebenfalls psychologisch betreut.
Ein Gutachter hatte dem kleingewachsenen S. während des Prozesses eine Persönlichkeitsstörung attestiert. Eine verminderte Schuldfähigkeit liegt dem Richter zufolge jedoch nicht vor. Zu Gunsten des Täters spreche nur, dass er durch sein Geständnis den Kindern das Auftreten vor Gericht erspart habe.
Benjamin S. war erst sechs Wochen vor der Tat aus dem Gefängnis entlassen worden. Dort hatte er eine dreijährige Jugendstrafe wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung abgesessen. Nur einen Tag nach der Vergewaltigung wurde er durch Hinweise aus der Bevölkerung gefasst.
Der Verteidiger des Täters, Christian Schumacher, sagte, sein Mandant akzeptiere das Urteil. (nz)