Richter verdonnert Pfarrer zu Jesus-Beweis:
Richter verdonnert Pfarrer zu Jesus-Nachweis
Der Pfarrer hatte Cascioli öffentlich vorgeworfen, in seinem Buch «The Fable of Christ» die Existenz Jesu in Frage zu stellen. Daraufhin verklagte der so Gescholtene den Kirchenmann unter anderem mit dem Argument, mit Hilfe der christlichen Lehre die Leichtgläubigkeit der Menschen auszunutzen. Am Montag nun entschied Richter Gaetano Mautone in zweiter Instanz, dass Righi in einer Anhörung gegen Ende Januar die historische Existenz von Jesus beweisen muss.
Der kirchenkritische Cascioli argumentiert, dass es keinerlei Berichte von Zeitzeugen aus dem ersten Jahrhundert gibt, die zweifelsfrei beweisen können, dass Jesus überhaupt lebte. Auch das Evangelium berufe sich lediglich auf Hörensagen. Zudem gebe es zahlreiche Widersprüche in den überlieferten Texten.
Der beklagte Pfarrer Righi entgegnete im ersten Prozess Anfang April vergangenen Jahres, dass es überwältigende Beweise in christlichen und weltlichen Schriften für Jesus gebe. Außerdem würden Millionen Menschen seit 2000 Jahren an den Sohn Gottes glauben. «Wenn Cascioli die Sonne am Himmel nicht sieht, kann er mich doch nicht verklagen, nur weil ich sie sehe und er nicht», kritisierte Righi.
Wie auch immer, der Vatikan hält sich nach Angaben der Zeitung in dieser Sache jedenfalls zurück. Man wolle dies nicht kommentieren, hieß es aus Rom. (nz)

