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Richter verdonnert Pfarrer zu Jesus-Beweis: 

Richter verdonnert Pfarrer zu Jesus-Nachweis

03. Jan 2006 13:49
Gekreuzigter Jesus
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Gab es Jesus wirklich? Dieser Frage muss ein Pfarrer aus der italienischen Stadt Viterbo bis Ende Januar nachgehen. Dann soll er vor Gericht zweifelsfrei die Existenz von Gottes Sohn beweisen.

Einer äußerst schweren Prüfung muss sich ein Pfarrer aus dem italienischen Viterbo stellen. Ein Richter verdonnerte Enrico Righi am Montag dazu, die historische Existenz von Jesus zu beweisen. Hintergrund für dieses harte Urteil ist ein Rechtstreit, der sich mittlerweile seit drei Jahren hinzieht. Luigi Cascioli, ein ehemaliger Priesterschüler und mittlerweile überzeugter Atheist, brachte den Geistlichen vor Gericht, wie die britische Zeitung «Times» am Dienstag berichtete.

Der Pfarrer hatte Cascioli öffentlich vorgeworfen, in seinem Buch «The Fable of Christ» die Existenz Jesu in Frage zu stellen. Daraufhin verklagte der so Gescholtene den Kirchenmann unter anderem mit dem Argument, mit Hilfe der christlichen Lehre die Leichtgläubigkeit der Menschen auszunutzen. Am Montag nun entschied Richter Gaetano Mautone in zweiter Instanz, dass Righi in einer Anhörung gegen Ende Januar die historische Existenz von Jesus beweisen muss.

Der kirchenkritische Cascioli argumentiert, dass es keinerlei Berichte von Zeitzeugen aus dem ersten Jahrhundert gibt, die zweifelsfrei beweisen können, dass Jesus überhaupt lebte. Auch das Evangelium berufe sich lediglich auf Hörensagen. Zudem gebe es zahlreiche Widersprüche in den überlieferten Texten.

Glaubenssache vor Gericht

Zwar hätten die römischen Geschichtsschreiber Tacitus und Suetonius «Christus» oder «Chrestus» erwähnt, aber auch sie hätten erst nach dem Tod des «vermutlichen» Jesus ihre Texte verfasst, die sich zudem ebenfalls auf Hörensagen beriefen.

Der beklagte Pfarrer Righi entgegnete im ersten Prozess Anfang April vergangenen Jahres, dass es überwältigende Beweise in christlichen und weltlichen Schriften für Jesus gebe. Außerdem würden Millionen Menschen seit 2000 Jahren an den Sohn Gottes glauben. «Wenn Cascioli die Sonne am Himmel nicht sieht, kann er mich doch nicht verklagen, nur weil ich sie sehe und er nicht», kritisierte Righi.

Wie auch immer, der Vatikan hält sich nach Angaben der Zeitung in dieser Sache jedenfalls zurück. Man wolle dies nicht kommentieren, hieß es aus Rom. (nz)

 
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