Fassungslosigkeit und Kritik in Bad Reichenhall
Um 15:30 Uhr erfährt Thomas Rumpeltes erstmals von der drohenden Gefahr: Zu diesem Zeitpunkt informiert die Stadt Bad Reichenhall den Vorstand des örtlichen Eishockey-Athletik-Clubs (EAC), dass das für Montagnachmittag geplante Training nicht stattfinden könne. Es bestehe Einsturzgefahr in der Eissporthalle, heißt es. Der öffentliche Eislauf findet zu diesem Zeitpunkt noch statt, eine halbe Stunde ist noch Zeit für die Räumung, doch offensichtlich ist diese Zeit zu kurz: Um 16 Uhr stürzt das Flachdach anscheinend unter der starken Schneelast ein und begräbt rund 50 Menschen unter sich.
Von der Eissporthalle werden bald die ersten Toten und Verletzten gemeldet. Rund 300 Rettungskräfte vom Rotem Kreuz, der Feuerwehr, dem Technischem Hilfswerk und der Polizei eilen zum Unglücksort, auch Suchhunde werden eingesetzt.
Menschen laufen durcheinander, Angehörige rufen die Namen ihrer Kinder, währenddessen tragen Helfer Verletzte in die Schwimmhalle. Dort liegen sie sichtbar hinter der Glasfassade, manche mit Infusionsschläuchen versorgt. Das Rote Kreuz hat einige große medizinische Zelte aufgebaut. Feuerwehrleute schaufeln die Trümmer beiseite. Unterdessen steigt ein Hubschrauber auf, um die Einsatzkräfte mit Licht zu versorgen, die versuchen, das restliche Dach abzusichern.
Eigentlich hätten an diesem Nachmittag Schüler Eissporttraining gehabte, erzählte ein weiteres EAC-Vorstandsmitglied, Alfred Schild. Über eine Telefonkette habe man sich nach der Warnung durch die Stadt informiert, dass es nicht stattfinde.
Schon kurz nach dem Einsturz äußern sich im Gästebuch des Eishockey-Athletik-Clubs betroffene Bürger: «Leute, betet, dass es nicht so schlimm ist, wie es sich anhört», schrieb ein EAC-Fan unter dem Namen «Antenne». Ein anderer mit dem Namen «Grage» fragt besorgt: «Weiß irgendwer was, wer drin war?»
Der Bayerische Rundfunk berichtet, der Hallenwart habe wenige Sekunden vor dem Einsturz die letzten Besucher vom Eis geschickt. Der Einsturz habe sich durch lautes Krachen und Knarzen im Dach angekündigt. Wenige Sekunden später sei das Dach auf der gesamten Fläche der Eisfläche heruntergestürzt. (AP)

