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Eissporthalle in Bad Reichenhall eingestürzt

02. Jan 2006 16:59, ergänzt 21:25
Eingestürzte Eissporthalle
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In Bad Reichenhall ist das Dach einer Eissporthalle eingestürzt. Dabei wurden etwa 50 Menschen verschüttet. Die Rettungskräfte fanden bisher fünf Tote, darunter zwei Kinder. Zuvor gab es eine Warnung.

In Bad Reichenhall sind beim Einsturz einer Eissporthalle mehrere Menschen unter den Trümmern des Daches begraben worden. Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben. Bei den Toten handele es sich um junge Erwachsene und zwei Kinder, teilte die Polizeidirektion Traunstein mit. Etwa 25 Besucher wurden bis zum frühen Abend mit mittelschweren bis schweren Verletzungen geborgen, genauso viele werden noch vermisst.

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«Nach unseren Informationen befanden sich 50 Menschen in der Halle», sagte ein Polizeisprecher. Ihm zufolge zum Zeitpunkt des Einsturzes viele Familien mit Kindern in der Halle. Die Unglücksstelle wurde abgesperrt. Ein lebensgefährlich Verletzter sei wiederbelebt worden, teilte die Polizei mit. Die Bergung sei schwierig, da das Vordringen in den Trümmern gefährlich sei. Die Rettungsarbeiten würden die ganze Nacht andauern. Es gehe jetzt aber um Minuten, um Menschen noch lebend aus den Trümmern zu ziehen.

Zur Unfallursache sagte der Sprecher, es habe stundenlange heftige Schneefälle gegeben. Außerdem regnete es zeitweise – der Schnee könnte sich daher durch Regen vollgesogen haben.

Widersprüchliche Angaben über Warnung

Kurz vor dem Einsturz war ein Training des örtlichen Eishockey- Athletik-Clubs (EAC) abgesagt worden. EAC-Vorstand Thomas Rumpeltes sagte, er sei gegen 15:30 Uhr von der Stadt Bad Reichenhall informiert worden, dass das Training nicht stattfinden könne. Die Decke sollte vom Schnee freigeschaufelt werden, daraufhin sei das Training kurzfristig abgesagt worden. An Einsturz habe zu diesem Zeitpunkt niemand gedacht.

Damit widersprach er den Darstellungen seiner Schwester Petra Rumpeltes. Die dritte Vereinsvorsitzende hatte erklärt, ihr Bruder habe die Nachricht erhalten, dass die Halle wegen Einsturzgefahr des Daches gesperrt werden sollte.

Gegen 16 Uhr war das Dach der Halle auf fast der gesamten Länge eingestürzt. Ein Polizeisprecher sagte im ZDF, es habe keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass eine Gefahr vom Dach ausging. Ein Sprecher des Landratsamts widersprach Spekulationen, dass die Halle renoviert oder abgerissen werden sollte. Es sei nur eine technische Sanierung «angedacht» worden, für die Anlagen zur Bereitung der Eisfläche und des Schwimmwassers.

Schnee behindert Rettungsarbeiten

Das Dach der Eissporthalle sei nach massiven Schneefällen unter der Last des Schnees zusammengebrochen, sagte der Sprecher. Das Landratsamt Berchtesgadener Land löste Katastrophenalarm aus. Im Einsatz waren Hundestaffeln der Polizei, Bundeswehrsoldaten, das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz und Feuerwehren aus dem Umkreis und sogar aus Österreich. Die rund 300 Helfer forderten Kräne an, um Teile des Hallendaches zu heben und zu stützen.

Der Verkehr in der Region kam wegen des Schneewetters teilweise zum Erliegen. Die Rettungskräfte hatten Schwierigkeiten, zum Unglücksort im äußersten Südostzipfel Bayerns zu gelangen. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) zeigte sich in einer ersten Reaktion tief erschüttert von dem Unglück. Er wolle sich am Dienstagvormittag am Unglücksort informieren.

Bauwerk aus den 70ern

Die Eislaufhalle Bad Reichenhall ist in den 70er Jahren errichtet worden. Es handelt sich um eine mit einem Flachdach ausgestattete kombinierte Schwimm-, Tennis- und Eissporthalle. Die Halle ist von Oktober bis März in Betrieb. Mit ihren Abmessungen von 60 mal 30 Meter wird sie nach Angaben der Betreiber auch internationalen Anforderungen gerecht.

In den bayerischen Alpen hatte es seit der Nacht stark geschneit. Bei einem weiteren Unglück in Bad Reichenhall kamen durch eine Lawine am Montag mindestens zwei Menschen ums Leben. (nz)

 
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