14.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
DNS-Material im Computer: Schwierige Identifizierung von Tsunami-Opfern
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Den Toten einen Namen geben - diese Aufgabe wird für die Experten nach dem Tsunami in Südasien immer schwieriger. Allein in Thailand sind mehr als 800 Leichen noch nicht identifiziert - knapp ein Jahr nach der Katastrophe.
Die Identität von 805 der 3750 Leichen, die nach der Flutkatastrophe vom 26. Dezember 2004 in das thailändische Zentrum zur Identifizierung gebracht wurden, ist bis heute ungeklärt. Diese Fälle seien weitaus schwerer zu lösen als die bisherigen, so dass der Prozess noch Monate in Anspruch nehmen könnte, sagte Sprecher Howard Way am Mittwoch.
Ungeklärt sei außerdem der Verbleib von 708 Personen, die nach dem Tsunami vermisst gemeldet wurden. Darunter seien 160 Ausländer, sagte Way. In Thailand hatte die Flutwelle neben Einheimischen auch zahlreiche Touristen erfasst.
Polizei bittet um SpeichelprobenDie thailändische Polizei sei dabei, die Liste der Vermissten erneut durchzugehen, sagte Way. Die Familienangehörigen würden um die Abgabe von Speichelproben gebeten, um ihre DNS mit dem Erbgut der noch nicht identifizierten Toten abzugleichen.
Die Zahl der bestätigten Todesopfer in allen zwölf von der Flutwelle erfassten Staaten liegt bei rund 180.000, 36.000 weitere Personen gelten offiziell bis heute als vermisst.
Noch 180.000 Indonesier in UnterkünftenIn der am schwersten von der Flutklatastrophe betroffenen Region Aceh in Indonesien leben 180.000 Menschen noch immer in provisorischen Unterkünften. Sie seien in Zelten, Barracken mit großen Schlafsälen oder bei anderen Familien untergebracht, teilte die Weltbank am Mittwoch mit.
Der Vertreter der Weltbank in Indonesien, Andrew Steer, machte für diese Situation seine eigene Organisation und andere Helfer mitverantwortlich. Anstatt sofort vollständige Häuser zu planen, hätte man zunächst einfache, aber stabile Unterkünfte für die Obdachlosen errichten sollen, sagte Steer. «Wir hätten uns einfach ausrechnen müssen, dass man im ersten Jahr nicht mehr als 30.000 richtige Häuser bauen kann.» Durch den Tsunami wurden in Aceh insgesamt rund 500.000 Menschen obdachlos, 300.000 davon konnten nach Angaben der Weltbank mittlerweile aber in ihre Häuser zurückkehren. (nz)