Verkehrschaos in Berlin nach Bombenfund
Die viel befahrene Verkehrsachse zwischen der Friedrichstraße und dem Alexanderplatz wurde vorläufig für den Verkehr gesperrt. Die Humboldt-Universität löste Feueralarm aus, um Studenten und Mitarbeiter zum Verlassen ihres Hauptgebäudes zu bewegen. Geräumt wurden unter anderem auch das Opernpalais und der Weihnachtsmarkt an der Staatsoper sowie eine Eislaufbahn. Auch in Bürogebäuden sollten sich Beschäftigte vorläufig in Sicherheit bringen. Die Lindenoper musste wegen des Bombenfundes fast vor ihrer Haustür am Abend ihre Generalprobe für die Premiere von Mussorgskys Oper «Boris Godunow» verschieben, die Premiere bleibe aber am Sonntag auf dem Spielplan, betonte eine Sprecherin.
Die Bauarbeiter entdeckten den Blindgänger den Angaben zufolge auf der Mittelinsel vor der Humboldt-Universität. Er lag in etwa dreieinhalb Meter Tiefe. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch die Staatsoper, das Zeughaus Unter den Linden mit dem Deutschen Historischen Museum und die Neue Wache, die zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik.
Nach Polizeiangaben steckte der Blindgänger senkrecht im Boden. Zunächst mussten die Feuerwerker den Zünder freilegen. Rund 200 Polizeibeamte waren für die Absperrungs- und Evakuierungsmaßnahmen im Einsatz.
Im Zweiten Weltkrieg war Berlin seit Herbst 1943 fast täglich Angriffsziel alliierter Bomber. Auch nach jahrzehntelanger Suche nach Blindgängern gehen die Polizeifeuerwerker davon aus, dass noch immer etwa 1000 nicht detonierte Fliegerbomben unentdeckt im Boden der Hauptstadt stecken. (nz)

