09.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Feuerwehrleute nach dem Einsatz
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bei einem Gas-Unglück in einer niedersächsischen Biogasanlage sind vier Menschen ums Leben gekommen. Wie es dazu kommen konnte, ist noch unklar.
In einer niedersächsischen Biogasanlage nahe Zeven ist es in der Nacht zum Mittwoch zu einem mysteriösen Unfall gekommen. Dabei starben vier Menschen. Zwei Personen waren unmittelbar nach dem Zwischenfall ums Leben gekommen. In der Nacht sei eine weitere Frau gestorben, sagte ein Polizeisprecher. Später sei ein Kraftfahrer seinen Verletzungen erlegen. Beide waren nach dem Unglück vom Dienstagmorgen mit schweren Vergiftungen ins Krankenhaus gebracht worden.
Ein Lastwagenfahrer hatte die vier Opfer entdeckt, als er Bioabfälle zur Verarbeitung in der Anlage anliefern wollte. Er wurde selbst Opfer des Gases, konnte sich aber zum Tor schleppen und die Feuerwehr anrufen. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, warnte sie der Fahrer noch vor der Gefahr, ehe er in Ohnmacht fiel. Sein Zustand hat sich der Polizei zufolge inzwischen stabilisiert.
Schwefelwasserstoff gemessenDie genaue Ursache für das Unglück stand am Mittwochabend noch immer nicht fest. Messungen von Spezialisten hatten eine hohe Konzentration von Schwefelwasserstoff ergeben. Das giftige Gas könnte aus einem Tankwagen ausgetreten sein, sagte ein Polizeisprecher. Allerdings dauerten die Ermittlungen noch an. Zahlreiche Spezialisten arbeiteten vor Ort, das Gelande sei abgesperrt.
Die Feuerwehr musste schwere Atemschutzgeräte anfordern, um die vier Opfer des Zwischenfalls zu bergen. Zehn Feuerwehrleute wurden wegen Hautreizungen behandelt. Anwohner der Anlage waren nicht in Gefahr, da das nächste Wohnhaus einen halben Kilometer entfernt ist. (nz)