netzeitung.deFrankreich will Stopfleber als Kulturerbe

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Stopfen einer Ente (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Stopfen einer Ente
Foto: dpa
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Die französischen Abgeordneten haben die Stopfleber zum «nationalen und gastronomischen Kulturerbe» erklärt. Tierschützer protestierten und forderten einen Boykott.

Stopfleber könnte in Frankreich bald in den Rang eines «nationalen und gastronomischen Erbes» erhoben werden. Die Nationalversammlung stimmte in erster Lesung mit deutlicher Mehrheit einem Gesetzentwurf zu, welcher der von Tierschützern angefeindeten Delikatesse aus dem Südwesten Frankreichs einen besonderen Schutz einräumt. Die Vorlage geht nun an den Senat.

Zur Gewinnung der «foie gras» genannten Spezialität werden Enten oder Gänse gemästet. Das Deutsche Tierhilfswerk sprach von einem «tierverachtenden Weg», den das französische Parlament beschreite. Die Fettleber bei Gänsen und Enten könne nur mit grausamer Zwangsernährung der Tiere erzielt werden. Der Konsument habe es in der Hand, «diesen unglaublichen Beschluss des französischen Parlaments zu unterlaufen», indem er keine Gänse- oder Entenstopfleber kaufe oder im Restaurant esse. Auch Tierschützer in den USA und Großbritannien kritisieren die Mast als Quälerei.

Dagegen verteidigte der Starkoch Alain Ducasse das Stopfen nachdrücklich mit dem Hinweis, das Verfahren quäle die Tiere nicht. Der Präsident der Stopfleberproduzenten, Philippe Baron, dankte für diese «Anerkennung des Stopfens und unserer Traditionen», die er mit den Stierkämpfen in Südfrankreich auf eine Stufe stellte.

In einem Zusatz hielten die Abgeordneten aufgrund der Kritik fest, das Stopfen müsse «auf objektive Weise und wissenschaftlich gestützt überwacht» werden – auf das Wohlergehen der Tiere müsse also geachtet werden. (nz)