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Neue Vorwürfe gegen Polizei in New Orleans

11. Okt 2005 11:20
Sicherheitskräfte nach dem Hurrikan
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Polizisten in New Orleans werden beschuldigt, kurz nach dem Hurrikan «Katrina» einen Mann erschossen zu haben. Anschließend sollen ihn die Beamten überfahren haben.

Mord oder Notwehr – darüber streiten die Polizei und eine Familie in New Orleans. Kurz nach dem Hurrikan «Katrina» hatte ein Polizist einen Mann vor dem überfüllten Konferenz-Zentrum erschossen. Nach Polizeiangaben schoss der Beamte auf den 45-jährigen Daniel Brumfield, weil er sich bedroht fühlte. Die Familie des Toten glaubt den Angaben nicht.

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Der Polizist Ronald Mitchell und sein Partner hätten am 3. September vor dem Konferenz-Zentrum einen Schuss gehört, so die Darstellung der Polizei. Danach sei Brumfield auf ihre Motorhaube gesprungen und habe einen glänzenden Gegenstand in der Hand gehabt. Mitchell habe geschossen, da der Mann ihn angreifen wollte.

Seine Tochter und seine Nichte sagten dagegen, Brumfield habe sich vor dem Gebäude aufgehalten, als plötzlich ein Tumult ausgebrochen sei. Daraufhin sei er auf die Straße gelaufen. Seine Nichte sagte, sie habe geglaubt, ihr Onkel wolle einen Polizeiwagen anhalten und Hilfe holen. Die Beamten hätten Brumfield aber zwei Mal mit dem Wagen angefahren und schließlich erschossen. Danach hätten sie die Leiche noch einmal überfahren.

Prügel-Opfer bestreitet Polizeiangaben

Auch in einem weiteren Fall von Polizeigewalt in New Orleans gibt es widersprüchliche Angaben. Vier Polizisten waren dabei gefilmt worden, wie sie einen 64-jährigen Schwarzen im Vergnügungsviertel French Quarter nach der Festnahme verprügelt hatten. Ihren Angaben zufolge war der Mann alkoholisiert gewesen, doch der bestreitet das. Er sei nicht betrunken gewesen und habe auch keinen Widerstand geleistet, sagte der pensionierte Grundschullehrer Robert Davis. «Ich habe seit 25 Jahren keinen Drink gehabt».

Er sei an diesem Tag nach New Orleans zurückgekehrt, um einen Blick auf das Eigentum seiner Familie in der Stadt zu werfen. Am Abend habe er Zigaretten kaufen wollen. Davis sagte, er habe einen Polizisten nach dem Ausgehverbot fragen wollen, als ihn ein anderer plötzlich attackiert habe.

Die beiden Polizisten wurden vom Dienst suspendiert. Sie erklärten sich am Montag für nicht schuldig. Eine Anhörung wurde für den 11. Januar angesetzt. (nz)

 
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