netzeitung.deNew Orleans soll zur Casino-Stadt werden

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New Orleans (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe New Orleans
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Um New Orleans wieder aufzubauen, brauche man kühne Ideen, meint Bürgermeister Nagin. Er möchte aus der Stadt ein zweites Las Vegas machen.

New Orleans Bürgermeister Ray Nagin hat vorgeschlagen, aus der durch den Hurrikan «Katrina» verwüsteten Stadt ein zweites Las Vegas zu machen.

Nagin schlug am Freitag vor, dass das Glücksspiel New Orleans wieder zu vollen Kassen verhelfen solle. Es sei jetzt an der Zeit, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und neue Ideen zu verfolgen, appellierte er. Das Glücksspiel ist im Staat Louisiana bislang nur in Ausnahmefällen erlaubt; zahlreiche Politiker des Staates haben sich in der Vergangenheit jedoch bereits dagegen ausgesprochen.

«Wir brauchen jetzt kühne Ideen», sagte er. «Das ist eine riesige Chance, Wachstum anzuheizen.» Casinos würden die Touristen anziehen, die schon früher eine der Haupteinnahmequellen der Stadt waren.

Gouverneurin vom Plan «nicht völlig abgeneigt»
Nagins Plan sieht einen groß angelegten Casino-Bezirk entlang der berühmten Canal Street vor. Alle größeren Hotels mit mindestens 500 Zimmern sollten Lizenzen zum Glücksspiel bekommen - im Moment wären dies sechs oder sieben. Bislang gibt es im Zentrum von New Orleans nur ein Casino sowie drei Mississippi-Dampfer, auf denen Glücksspiel erlaubt ist.

Die Einnahmen der Casinos würden zwischen der Stadt und dem Bundesstaat Louisiana geteilt werden. Was nun noch fehlt, ist die Zustimmung durch die staatlichen Behörden. Gouverneurin Kathleen Blanco sei nicht völlig abgeneigt gewesen, als er ihr die Idee unterbreitete, sagte Nagin.

«New Orleans hat so viel mehr zu bieten»
Nagin will mit den Casinos im benachbarten Mississippi konkurrieren. Dort wurden durch den Hurrikan 13 schwimmende Spielerstätten zerstört, die wieder aufgebaut werden sollen. Dort waren 28.000 Menschen beschäftigt, und der Staat nahm nach Schätzungen 500.000 Dollar Steuern am Tag ein.

New Orleans sei dem 100 Jahre alten Spielerparadies Las Vegas in Nevada bei weitem überlegen, meint Nagin. «Las Vegas hat Casinos, New Orleans hat so viel mehr zu bieten.»

Erster Personenzug angekommen
Wegen des Hurrikans waren die meisten der fast 500.000 Einwohner New Orleans geflohen. Die Hälfte der 6000 Stadtangestellten muss entlassen werden, weil die Steuereinnahmen weggefallen sind und sie nicht mehr bezahlt werden können.

Am Samstag ist in der Stadt der erste reguläre Personenzug seit dem Hurrikan vor sechs Wochen angekommen. Das Leben in New Orleans gewinnt wieder an Normalität. (nz)