netzeitung.de2400 Tote durch Erdbeben allein in Pakistan

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Ruine in Islamabad (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ruine in Islamabad
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Zahl der Toten in den vom Erdbeben verwüsteten Gebieten in Pakistan und Indien ist auf über 3000 gestiegen. Allein in Kaschmir kamen in beiden Ländern fast 1500 Menschen um.

Nach dem schweren Erdbeben in Südasien gibt es bereits über 3000 bestätigte Todesfälle. Das Erdbeben der Stärke 7,6 hatte am Samstagmorgen den Norden Pakistans, Indiens und Afghanistans erschüttert und schwere Zerstörungen verursacht.

Besonders betroffen war die Kaschmir-Region: Im pakistanischen Teil wurden 1200 Tote gemeldet, im indischen Unionsstaat Jammu-Kaschmir berichteten die Behörden von 250 Opfern. In einer Provinz im Nordwesten Pakistans gab es nach offiziellen Angaben weitere 1600 Tote. Darunter sind laut Polizei auch 250 Mädchen, die beim Einsturz ihrer Schule im Bezirk Mansehra unter den Trümmern begraben wurden.

In Kaschmir zählen auch 200 pakistanische Soldaten zu den Opfern. 300 weitere seien verletzt, worden, sagte ein Armeesprecher. Hubschrauber transportieren in Indien und Pakistan Verletzte ab, berichtete die ARD. Viele Schienenwege und Straßen seinen unpassierbar geworden.

Im Jammu-Kaschmir wurden darüber hinaus 800 Menschen verletzt und hunderte Häuser zerstört oder beschädigt, teilten die lokalen Behörden mit. Die Zahl der Opfer werde vermutlich noch steigen, da die Telefonleitungen ausgefallen seien und vorerst kaum Berichte eingingen.

Das Epizentrum des Bebens befand sich etwa 95 Kilometer nordöstlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Die Bezirke Balakot, Muzaffarabad und Bagh in dem von Pakistan kontrollierten Teil Kaschmirs gelten als die am schwersten betroffenen Regionen. Im Norden Pakistans wurden nach Angaben von Innenminister Aftab Ahmed Khan Sherpao zahlreiche Dörfer dem Erdboden gleich gemacht. Der Chef des Bezirks Batgam berichtete, 20 der 97 Dörfer seien völlig zerstört.

Indien bietet Pakistan Hilfe an
Die indische Regierung bot Pakistan Unterstützung an. Indien werde alle Hilfe zur Verfügung stellen, die Pakistan für geeignet halte, schrieb Indiens Ministerpräsident Manmohan Singh dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf.
«Es war das schlimmste Erdbeben in der Gegend seit den letzten hundert Jahren», sagte der Direktor des Meteorologischen Instituts Pakistans, Qamar Zu Zaman, dem Sender CNN. Der Sprecher der pakistanischen Streitkräfte, General Shaukat Sultan, sprach von einer nationalen Tragödie.

Das Beben ließ die Häuser in den Hauptstädten von Afghanistan, Pakistan und Indien schwanken und war bis nach Bangladesch zu spüren. In vielen Städten liefen die Menschen in Panik auf die Straßen. Im Osten Afghanistans wurde ein elfjähriges Mädchen von einer Mauer erschlagen. Selbst aus dem entfernten Nordosten Afghanistans wurden Schäden und Verletzte gemeldet.

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stürzte ein zehnstöckiges Wohnhaus ein. Darin hätten sich 70 bis 80 Menschen befunden, zitierte der Sender CNN Vertreter der pakistanischen Regierung. Zahlreiche Menschen versuchten, die Verschütteten zu befreien. Auch Soldaten halfen bei den Rettungsarbeiten.

Hilfe aus Deutschland und der EU
Außenminister Joschka Fischer (Grüne) bot deutsche Hilfe für die Erdbebenopfer in Pakistan und Indien an. Das Auswärtige Amt stellte der deutschen Botschaft in Islamabad zunächst 50.000 Euro für Soforthilfen in Zusammenarbeit mit pakistanischen Hilfsorganisationen zur Verfügung. Für weitere Unterstützung bestehe auch Kontakt zu Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen.

Auch die Europäische Union bot Pakistan und den angrenzenden Ländern ihre Hilfe an. Die britische Regierung teilte mit, sie habe Rettungsteams in Bereitschaft versetzt. Der Türkische Rote Halbmond begann, Militärflugzeuge mit Hilfsgütern zu beladen. Man warte jedoch noch auf Absprachen mit Pakistan, sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation.

Andere Hilfsorganisationen riefen unterdessen zu Spenden auf. Die Caritas teilte mit, dass ihre Mitarbeiter seit den frühen Morgenstunden im Einsatz seien, um Verschüttete zu bergen. «Die Menschen sind nervös und ängstlich», erklärte der Direktor von Caritas Islamabad, John Joseph. (nz)