2400 Tote durch Erdbeben allein in Pakistan
In Kaschmir zählen auch 200 pakistanische Soldaten zu den Opfern. 300 weitere seien verletzt, worden, sagte ein Armeesprecher. Hubschrauber transportieren in Indien und Pakistan Verletzte ab, berichtete die ARD. Viele Schienenwege und Straßen seinen unpassierbar geworden.
Im Jammu-Kaschmir wurden darüber hinaus 800 Menschen verletzt und hunderte Häuser zerstört oder beschädigt, teilten die lokalen Behörden mit. Die Zahl der Opfer werde vermutlich noch steigen, da die Telefonleitungen ausgefallen seien und vorerst kaum Berichte eingingen.
Das Epizentrum des Bebens befand sich etwa 95 Kilometer nordöstlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Die Bezirke Balakot, Muzaffarabad und Bagh in dem von Pakistan kontrollierten Teil Kaschmirs gelten als die am schwersten betroffenen Regionen. Im Norden Pakistans wurden nach Angaben von Innenminister Aftab Ahmed Khan Sherpao zahlreiche Dörfer dem Erdboden gleich gemacht. Der Chef des Bezirks Batgam berichtete, 20 der 97 Dörfer seien völlig zerstört.
Das Beben ließ die Häuser in den Hauptstädten von Afghanistan, Pakistan und Indien schwanken und war bis nach Bangladesch zu spüren. In vielen Städten liefen die Menschen in Panik auf die Straßen. Im Osten Afghanistans wurde ein elfjähriges Mädchen von einer Mauer erschlagen. Selbst aus dem entfernten Nordosten Afghanistans wurden Schäden und Verletzte gemeldet.
In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stürzte ein zehnstöckiges Wohnhaus ein. Darin hätten sich 70 bis 80 Menschen befunden, zitierte der Sender CNN Vertreter der pakistanischen Regierung. Zahlreiche Menschen versuchten, die Verschütteten zu befreien. Auch Soldaten halfen bei den Rettungsarbeiten.
Auch die Europäische Union bot Pakistan und den angrenzenden Ländern ihre Hilfe an. Die britische Regierung teilte mit, sie habe Rettungsteams in Bereitschaft versetzt. Der Türkische Rote Halbmond begann, Militärflugzeuge mit Hilfsgütern zu beladen. Man warte jedoch noch auf Absprachen mit Pakistan, sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation.
Andere Hilfsorganisationen riefen unterdessen zu Spenden auf. Die Caritas teilte mit, dass ihre Mitarbeiter seit den frühen Morgenstunden im Einsatz seien, um Verschüttete zu bergen. «Die Menschen sind nervös und ängstlich», erklärte der Direktor von Caritas Islamabad, John Joseph. (nz)

