Amoklauf in Finnland: 

netzeitung.deTodesschütze ermordet Ex-Frau und Unbeteiligte

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Ibrahim Shukpoli tötete in Espoo sechs Menschen – auch sich selbst (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ibrahim Shukpoli tötete in Espoo sechs Menschen – auch sich selbst
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der 43-jährige gebürtige Kosovare tötete vier Menschen in einem Einkaufszentrum in der Nähe von Helsinki, bevor er in seiner Wohnung die Waffe auf jene Frau richtete, die er nicht sehen durfte.

Ein 43-jähriger Mann hat in der finnischen Stadt Espoo (bei Helsinki) vier Menschen erschossen und sich dann offenbar selbst das Leben genommen. Der schwarz gekleidete Amokläufer drang am letzten Tag des Jahres in ein Einkaufszentrum «Sello» von Espoo ein und begann nach Berichten von Augenzeugen, wahllos um sich zu schießen. Tödlich getroffen wurden nach Polizeiangaben drei Männer und eine Frau. In der Wohnung des mutmaßlichen Täters Ibrahim Shukpoli fanden Polizisten eine Leiche, bei dem es sich vermutlich um ihn selbst handelt. Auch die Ex-Freundin des Täters wurde in einer Wohnung in Espoo tot aufgefunden, wobei der Tathergang noch unklar ist.

Medienberichteten zufolge stammt der Mann aus dem Kosovo und lebte seit mehreren Jahren in Finnland. Wahrscheinlicher Hintergrund für den Amoklauf zu Silvester ist Eifersucht. Shukpoli durfte seine Ex-Frau nicht besuchen. Er war verurteilt worden, weil er sie misshandelt hatte. Die Frau war in dem Supermarkt angestellt, in dem sich die Bluttat abspielte.
Äußerst zielstrebiges Vorgehen
Ein Polizeisprecher sagte, während des Amoklaufs seien «viele hundert Menschen» in dem Einkaufszentrum in der zweitgrößten finnischen Stadt gewesen. Augenzeugen berichteten von Panik in der Elektroabteilung, wo der Amokschütze als erstes Opfer einen Angestellten mit zwei Kopfschüssen tötete. Er feuerte dann in der Fleischabteilung weitere Schüsse ab, ehe er floh.

Augenzeugen bezeichneten sein Vorgehen als «äußerst zielstrebig». Die Polizei evakuierte das Einkaufszentrum «Sello» und stoppte zeitweise den Zugverkehr durch den nahe gelegenen Bahnhof Leppävaara. Die Behörden setzten bei der Fahndung auch einen Hubschrauber ein.

Die Stadt Espoo, die knapp 250.000 Einwohner hat, ist wegen der dort ansässigen Konzernzentrale des Handy-Herstellers Nokia auch international bekannt. Das Einkaufszentrum «Sello» ist eines der größten in Skandinavien mit mehr als 170 Läden. Es wurde 2005 eröffnet.

1,6 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz
Das Verbrechen am Silvestertag war bereits der dritte Amoklauf in Finnland innerhalb von drei Jahren. Bei 5,3 Millionen Einwohnern gibt es in Finnland 1,6 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz. Finnland befindet sich damit unter den fünf Staaten mit der größten Verbreitung von Schusswaffen in Privatbesitz. Nach dem letzten Amoklauf beschloss der Reichstag in Helsinki eine Verschärfung des Waffenrechts.

In einer Berufsschule in Kauhajoki tötete ein Amokläufer im September 2008 acht Mitschülerinnen, einen Mitschüler und einen Lehrer. Der 22 Jahre alte Waffennarr erschoss sich danach selbst. Ende 2007 hatte ein 18-jähriger Abiturient in einem Schulzentrum der Ortschaft Tuusula sechs Mitschüler, eine Krankenschwester und die Schulleiterin erschossen. Anschließend tötete er sich mit einem Kopfschuss.

2002 starben sieben Menschen, als ein Chemiestudent eine Bombe in einem Einkaufszentrum in Vantaa nördlich von Helsinki detonieren ließ. Der Täter kam dabei ums Leben. (nz/APD/dpa)