Betrieb vorsorglich gesperrt: 

netzeitung.deErstes deutsches Schwein mit Schweinegrippe

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Schwein (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schwein
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bisher galt hierzulande der Begriff «Schweinegrippe» als irreführend - schließlich sei niemals ein Schwein mit dem Virus infiziert worden. Das ist nun offensichtlich anders.

In Deutschland ist erstmals ein Fall von Schweinegrippe bei einem Hausschwein bekanntgeworden. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz habe das neue H1N1- Influenzavirus bei dem Tier nachgewiesen, teilte das Umweltministerium in Mainz am Donnerstag mit. Es handelt sich um ein verendetes Tier auf einem Bauernhof in der Pfalz. Es wurde vermutlich von einem Menschen angesteckt.

Der Betrieb sei gesperrt worden, hieß es weiter. «Es besteht kein Grund zur Aufregung», betonte Ministerin Margit Conrad (SPD). Wegen der großen Zahl erkrankter Menschen sei ein Befund bei Schweinen über kurz oder lang zu erwarten gewesen. Diese Virusinfektion sei nicht meldepflichtig. Menschen können sich nicht durch Schweinefleisch- Produkte infizieren, es bestehe keinerlei Gefahr beim Verzehr von Schweinefleisch.

Nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts für Tiergesundheit handelt es sich um den bundesweit ersten Fall. «Wir appellieren an alle Schweinehalter, die unter Grippesymptomen leiden, nach Möglichkeit nicht in ihre Bestände zu gehen», sagte Sprecherin Elke Reinking. Grippekranke sollten den Kontakt zu Schweinen meiden. Eine Infektion verlaufe bei den Tieren aber in aller Regel undramatisch.

Meldungen über H1N1-Infektionen bei Schweinen gab es bislang unter anderem aus den USA, wo das Virus bei einem Tier auf einem Jahrmarkt im Bundesstaat Minnesota entdeckt wurde. Zuvor war die Krankheit bereits in Argentinien und Kanada auf Schweine übergesprungen.

In Deutschland sind bislang 66 Menschen im Zusammenhang mit der Schweinegrippe gestorben (Stand 1. Dezember). Bei rund drei Viertel von ihnen gibt es Hinweise auf eine Grundkrankheit. «Die aktuellen Daten unterstreichen jedoch auch ein erhöhtes Risiko von jungen Kindern und von Jugendlichen, sowohl an der Neuen Influenza A (H1N1) zu erkranken als auch schwere Krankheitsverläufe zu entwickeln», teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mit.

Die Impfungen seien weiter wichtig, da die Entwicklung im Winter nicht vorausgesagt werden könne. Beim Paul-Ehrlich-Institut liegen, wie in anderen Staaten auch, «keine Hinweise für vermehrte schwere unerwünschte Wirkungen nach einer Impfung vor», berichtete das Institut. Je nach Verfügbarkeit sollen jetzt stufenweise alle Menschen geimpft werden. Eine Impfung reiche nach derzeitigem Stand aus. (AP/dpa)