Alptraum ließ Schlafwandler ausrasten: 

netzeitung.deFreispruch für Mann, der seine Frau erwürgte

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Im Nachhinein kann man sagen: Ach, wären die beiden doch nicht mit dem Wohnwagen in den Urlaub gefahren. Die ungewohnte Nähe zum Ehemann endete für eine Britin tödlich. Schuld daran war ein Alptraum.

Es muss ein Schock gewesen sein, als der Brite Brian T. aufwachte und seine Frau tot vor ihm lag. Und noch größer war der Schock dann sicherlich, als der Mann feststellen musste: Sie war erdrosselt worden.

Was sich nur schwer steigern lässt, wurde dann doch noch getoppt: Brian T. selbst war der Täter. Er hatte seine Frau im Schlaf getötet, als er einen Alptraum durchlebte. Der 59-Jährige rief die Polizei - und wurde festgenommen.

Was wie die Ausrede eines Mannes klingt, der seine Verurteilung wegen Mordes verhindern will, wurde nun als wahrer Tathergang bestätigt. Vor Gericht wurde der Brite freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich gefordert, ihn wegen einer Geisteskrankheit für nicht schuldfähig zu erklären und in eine psychiatrische Klinik einzuweisen.

Schlafstörung
Ärzte seien aber zu der Einschätzung gelangt, dass dies nicht sinnvoll und die Wiederholungsgefahr «sehr, sehr gering» sei, sagte Chefankläger Iwan Jenkins am Freitag. Brian T. leidet an einer Schlafstörung. Schon in der Vergangenheit hatte er oftmals als Schlafwandler «merkwürdige Dinge» getan, wie es im «Western Telegraph» heißt. Normalerweise habe er deshalb nicht mehr das Bett mit seiner Frau geteilt, sondern in einem anderen Zimmer geschlafen.

Der Angriff auf die Wehrlose geschah im Urlaub, als die beiden im Wohnwagen auf engem Raum schliefen. Laut der Zeitung träumte der Ehemann, ein Jugendlicher sei in den Wagen eingedrungen. Er nahm den vermeintlichen Eindringling in den Schwitzkasten und drückte zu. Der «Jugendliche» war die Ehefrau. Nach 40 Jahren Ehe starb sie durch die Hand ihres Mannes.

«Sie waren ein in Liebe verbundenes Paar», sagte der Bruder des Schlafwandlers dem «Western Telegraph». Der versehentliche Totschläger sei am Boden zerstört gewesen, als er seine tote Frau gesehen habe. «Wir sind wirklich sehr erfreut, dass das Gericht ihn freigesprochen hat.» (nz)