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Missionarische Tätigkeiten 

Lupe Russischer Priester vorm Altar hingerichtet

Der Priester-Mörder kam mit einem medizinischen Mundschutz - wegen der Schweinegrippe derzeit die beste Tarnung in Moskau. Die russisch-orthodoxe Kirche vermutet einen Racheakt wegen der Tätigkeit des Geistlichen.

Mit Trauer und Entsetzen hat die russisch-orthodoxe Kirche auf den Mord an einem Priester in einer Moskauer Kirche reagiert. Patriarch Kyrill I. nannte das Verbrechen eine «Herausforderung des göttlichen Rechts und Entweihung eines heiligen Orts». Er warnte aber zugleich vor übereilten Schlussfolgerungen. Die Staatsanwaltschaft vermutet radikale Islamisten hinter dem Verbrechen - oder Sekten, die der Priester ebenfalls bekämpft hatte.

Der 35 Jahre alte Geistliche Daniil Sysojew galt als einer der aktivsten Missionare der russisch-orthodoxen Kirche. Am späten Donnerstagabend kam ein Unbekannter in die Kirche und fragte laut nach dem Priester. Der Mann trug eine medizinische Gesichtsmaske, wegen der derzeit in Russland grassierenden Grippe erregte dies jedoch kein Aufsehen. Als Sysojew erschien, schoss der Mann aus nächster Nähe auf den Priester und flüchtete. Bei dem Anschlag wurde auch der Dirigent des Kirchenchors verletzt.

Auch ein Sprecher der russisch-orthodoxen Kirche vermutet, das Verbrechen könnte mit Sysojews Missionarstätigkeit in Verbindung stehen. Auf Details ging er nicht ein. Freunde und Gemeindemitglieder des Priesters wurden im russischen Fernsehsender NTW mit Äußerungen zitiert, Sysojew habe Drohungen erhalten. Auch sie nannten keine Einzelheiten. (dpa/AP/epd/nz)