Plante Brunners Angreifer Sprengstoffangriff?:
Schon früher Ermittlungen gegen S-Bahn-Täter
19.09.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Dominik Brunner
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Dominik Brunner hat seine letzte Ruhe gefunden, doch sein Tod beschäftigt weiter. Während am heutigen Samstag der FC Bayern seiner öffentlich gedenken wird, kommen neue Details über die Gewaltphantasien seiner Angreifer ans Licht.
Die Staatsanwaltschaft hat schon vor der Attacke am Münchener S-Bahnhof Solln gegen einen der mutmaßlichen Täter ermittelt. Laut dem Magazin «Focus» soll er Ende Juli damit gedroht haben eine Polizeiwache in die Luft zu sprengen, offenbar als eine Art «Vergeltung» für die Verhaftung seines Bruders. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, dass gegen den 18- Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat laufe.
Merkel fordert mehr VideoüebrwachungDer Jugendliche hatte am vergangenen Samstag mit zwei Komplizen einen 50-Jährigen zu Tode geprügelt. Sein Opfer Dominik Brunner ist am Freitag in seinem niederbayerischen Heimatort Ergoldsbach beigesetzt worden. An der Zeremonie im engsten Familien- und Freundeskreis nahmen nach Angaben der Polizei etwa 20 Menschen teil. Brunner hatte am vergangenen Samstag vier Kinder vor aggressiven Jugendlichen geschützt und war danach totgeprügelt worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte knapp eine Woche nach der schrecklichen Tat Konsequenzen. «Der Staat darf Menschen, die Zivilcourage zeigen, nicht im Stich lassen», sagte sie am Freitag vor der Bundespressekonferenz in Berlin. «Wir werden uns mit mehr Polizeipräsenz und Videoüberwachung befassen müssen.»
Trauerflor für Dominik BrunnerDer FC Bayern München und der 1. FC Nürnberg planten an diesem Samstag vor dem Anstoß zu ihrem Bundesliga-Derby eine Gedenkminute für Brunner. Die Fußball-Profis beider Mannschaften sowie das Schiedsrichter-Gespann werden bei der Partie in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Münchner Allianz Arena auch mit Trauerflor spielen. Nach dem tödlichen Angriff auf Brunner sitzen drei junge Männer weiterhin in Untersuchungshaft. Gegen die beiden Haupttäter im Alter von 17 und 18 Jahren wird wegen Mordes ermittelt. Gegen einen weiteren 17-Jährigen wird wegen versuchter räuberischer Erpressung ermittelt - er war bei dem Angriff nicht mehr dabei, hatte zuvor aber von den Kindern Geld verlangt und als erster auf eines der Kinder eingeschlagen. Alle drei jungen Männer waren vorbestraft und hatten weder abgeschlossene Ausbildung noch Job. (nz/dpa)