03.09.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Nach der Havarie der Gulser Ana sind Tausende Liter Öl und tonnenweise Phosphat ins Meer gelaufen.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das mit Phosphat und Öl beladene Schiff «Gulser Ana», das vor Madagaskar gesunken ist, hat eine schwere Umweltkatastrophe ausgelöst. An der Küste der Insel verenden Buckelwale, deren Atemwege durch Öl und Diesel verklebt sind.
Die Umweltschäden vor Madagaskar nach der Havarie eines Frachters nehmen immer größere Ausmaße an. Nach neuen Erkenntnissen bedroht eine Ölpest das ökologisch wichtige Gebiet im Indischen Ozean. Im Bereich des Faux Cap sind nach Regierungsangaben mehrere Kilometer Küste verschmutzt und mit toten Fischen übersät, nachdem das von der Besatzung aufgegebene türkische Schiff MS «Gulser Ana» gesunken ist.
«Am Strand angespülte Buckelwale ringen mit dem Tod», schrieb am Donnerstag die Zeitung «L'Express». Tierärzte kümmerten sich um die Meeressäuger, deren Atemwege durch Diesel und Öl des Frachters verstopft seien. Die tonnenschweren Riesen ziehen derzeit in Scharen an Madagaskars vorgelagerter Insel Saite Marie vorbei nach Reunion, um dort ihre Jungen zur Welt zu bringen. Die Bevölkerung wurde eindringlich davor gewarnt, die toten Meeressäuger zu verzehren.
Die 189 Meter lange und 30 Meter breite «Gulser Ana» war nach bisherigen Erkenntnissen mit 39 000 Tonnen Phosphat für Indien beladen. Am Abend teilte das Büro des Ministerpräsidenten jedoch mit, zusätzlich habe der Havarist noch 700 000 Liter Motoröl, eine unbekannte Menge Schweröl sowie 500 000 Kubikmeter Diesel an Bord gehabt. Unklar ist, wie viel Öl sich noch in den Tanks des Wracks befindet.
Nach offiziell unbestätigten Berichten stand der Frachter auf einer Schwarzen Liste von Schiffen, die aus Sicherheitsgründen keine Häfen der Europäischen Union anlaufen dürfen. Die 23-köpfige Besatzung war nach Notrufen vor genau einer Woche von dem sinkenden Schiff gerettet worden, auf dem offenbar ein Brand ausgebrochen war. (dpa)