25.08.2009
Herausgeber: netzeitung.de
An fast jeder Straßenecke Londons gibt es Kameras
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wer in den Straßen London unterwegs ist, wird nahezu überall gefilmt. Der Aufwand der Behörden soll für mehr Sicherheit sorgen. Doch wie wenig das wirklich bringt, legt eine Untersuchung des Scotland Yard offen.
In London verfolgt den Bürger zwar an jeder Ecke das Auge einer Überwachungskamera, aber helfen tut das offensichtlich wenig: Auf 1000 Kameras kommt pro Jahr nur ein gelöstes Verbrechen, wie aus einem internen Bericht der Londoner Polizei Scotland Yard hervorgeht, den Zeitungen am Dienstag veröffentlichten.
Die Polizei müsse mehr tun, damit das Vertrauen der Bürger in das System nicht verloren gehe, sagte demnach Chefinspektor Mick Neville. Viele beklagten sich, dass sie zwar per Kamera aufgezeichnet würden, Polizisten jedoch oft bei Verbrechen das Material nicht auswerten wollten oder könnten.
Nur 1000 Fälle gelöstIm vergangenen Jahr seien nur 1000 Fälle mit Hilfe des Kameramaterials gelöst worden - und das, obwohl es mehr als eine Million Kameras in London gebe und die Regierung 500 Millionen Pfund, also derzeit umgerechnet etwa 572 Millionen Euro, dafür ausgegeben habe. Ein Sprecher von Scotland Yard sagte, die Zahlen seien Schätzwerte und gingen nur auf eine kleine Auswahl von Fällen ein.
Die sogenannten CCTV-Kameras sind seit langem umstritten in Großbritannien. Das Königreich gilt weltweit als eines der Länder mit den meisten Überwachungskameras. Kritiker sprechen deshalb von einem Überwachungsstaat. Andere halten die Kameras für wenig wirksam: Schon ein Bericht des Innenministeriums habe ergeben, dass die Kameras einen «bescheidenen Einfluss» hätten, um Kriminalität zu bekämpfen. (dpa/nz)