Seeleute vermisst in stürmischem Meer: 

netzeitung.deFrachter sinkt vor schwedischer Küste

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Archivfoto von dem gesunkenen Frachter 'Langeland' (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Archivfoto von dem gesunkenen Frachter 'Langeland'
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Besatzung hatte noch einen Notruf funken können, doch als Schiffe und Hubschrauber der Küstenwache aus Norwegen und Schweden am Unglücksort eintrafen, war der Frachter bereits gesunken.

Bei zwei Schiffsunglücken bei stürmischem Wetter in Skandinavien sind wahrscheinlich sechs Seeleute ums Leben gekommen, zudem wurde eine Ölpest ausgelöst. Wie die schwedische Rettungszentrale in Göteborg am Freitag mitteilte, sank der Frachter «Langeland» am Morgen im Kattegat, nachdem die Besatzung den Notruf SOS wegen zunehmender Schlagseite gefunkt hatte.

Bei der sofort begonnenen Suchaktion im Kattegat und dem angrenzenden Kosterfjord mit Schiffen und Hubschraubern der Küstenwache aus Norwegen und Schweden tauchten nur leere Rettungsinseln, Schwimmwesten sowie herumschwimmende Schiffsteile auf.

Ölpest nach einem weiteren Schiffsunglück
Zur selben Zeit kämpften an der Küste des an den Kattegat grenzenden Skagerrak norwegische Spezialisten gegen die Ausbreitung einer Ölpest. Sie erreichte bereits Küstenstreifen nahe der Stadt Langesund mit Naturreservaten für Seevögel. In der Nacht zuvor war der in Panama registrierte Frachter «Full City» mit 23 chinesischen Besatzungsmitgliedern bei stürmischem Wetter und sechs Meter hohen Wellen auf Grund gelaufen.

Ausgelöst hatte das Unglück ein Maschinenstopp. Bis auf eine sechsköpfige Notbesatzung wurden alle Seeleute in Sicherheit gebracht. Das 167 Meter lange Schiff war mit 1100 Tonnen Öl beladen, das komplett auszulaufen drohte. Behördensprecher nannten die Bedrohung durch das Öl «sehr ernst».

Bedrohtes Vogelschutzgebiet
In Berlin teilte die Umweltorganisation WWF mit, durch das Unglück sei das Vogelschutzgebiet «Lille Såstein» bedroht, das in dieser Jahreszeit nicht betreten werden darf. Es diene als Brutplatz für viele Vogelarten wie Flussseeschwalben, Austernfischer und Brandenten, andere wie Eiderenten oder Sturmmöwen seien dort beheimatet.

Sowohl die Suche nach den Vermissten in den schwedischen Gewässern als auch die Aufräumarbeiten im norwegischen Teil des Skagerrak wurden durch stürmischen Wind behindert. Die 1,7 Kilometer lange Uddevallabrücke auf der wichtigsten Straßenverbindung zwischen Norwegen und Schweden wurde für Lastwagen, Wohnmobile und Pkw mit Anhänger gesperrt. (dpa/nz)