Suche nach den Flugschreibern geht weiter: 

netzeitung.deAir-France-Flugzeug zerbrach erst beim Aufprall

 Herausgeber: netzeitung.de

Suche nach den Flugschreibern geht weiter 

Lupe Air-France-Flugzeug zerbrach erst beim Aufprall

Der Absturz der Unglücksmaschine vor der Küste Brasiliens mit mehr als 228 Menschen an Bord gibt noch immer eine Menge Rätsel auf. Inzwischen ist allerdings eines klar: Das Flugzeug explodierte nicht in der Luft.

Der am Pfingstmontag auf der Strecke Rio-Paris abgestürzte Airbus ist völlig intakt mit hoher Geschwindigkeit auf die Meeresoberfläche aufgeschlagen. Das hat Alain Bouillard vom französischen Amt für Unfallanalyse am Donnerstag in Le Bourget bei Paris mitgeteilt. Die Maschine sei nicht in der Luft auseinandergebrochen. «Wir haben weder Brand- noch Sprengstoffspuren gefunden», betonte Bouillard. Es sei nicht bekannt, ob die Kabine beim Aufprall noch unter Druck stand und ob die Passagiere noch lebten.

Am 1. Juni war die Air-France-Maschine mit 228 Menschen an Bord auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris in den Atlantik gestürzt. Niemand hat den Absturz überlebt.

Die Absturzursache bleibt weiterhin unbekannt. Bei den ersten Ermittlungen seien allerdings Unregelmäßigkeiten aufgefallen. So sei die Kontrollstation in Dakar nicht ordnungsgemäß informiert worden. «Dakar hat keinen Flugplan erhalten, man hat sie in der Adressatenliste vergessen», sagte Bouillard. Es habe keine Übergabe der Kontrolle von Brasilien nach Dakar gegeben. Dadurch sei das Verschwinden des Flugzeugs erst Stunden später aufgefallen.

24 automatische Notsignale
Um 1.35 Uhr hatte die Maschine vom Typ A330 zum letzten Mal Kontakt mit einer brasilianischen Kontrollstation. Um kurz nach zwei wurden 24 automatische Notsignale gesendet. Demnach war das Flugzeug nur noch manuell zu bedienen. Um acht Uhr morgens habe die Kontrollstation in Madrid erstmals Alarm ausgelöst, sagte Bouillard. Das erste Suchflugzeug hob gegen Mittag in Dakar ab.

«Das Flugzeug ist ohne technische Probleme abgeflogen», sagte Bouillard. Das Wetter sei schwierig, aber für die Gegend nicht ungewöhnlich gewesen. Mehrere andere Flugzeuge seien von der Route abgewichen, um Unwetter zu vermeiden. Wenn die Flugschreiber gefunden würden, werde man mehr erfahren. sagte Bouillard. Er gehe weiter davon aus, dass die Flugschreiber gefunden würden. Die Suchmethode werde sich in einer Woche ändern, aber die Suche gehe weiter.

Von Mitte Juli bis zum 20. August werde der Meeresboden systematisch mit Robotern nach Trümmerteilen abgesucht. Bislang wurden 640 Teile gefunden. Auffälligerweise wurde keine einzige aufgeblasene Rettungsweste entdeckt. Bouillard bedauerte, dass die französischen Ermittler noch keine Ergebnisse der Autopsien der 51 geborgenen Leichen erhalten hätten.