Tod im Dresdner Landgericht:
Zeugin im Gerichtssaal erstochen
Wie die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Justizkreise berichtete, wurde der Ehemann des Opfers verletzt. Im Saal seien auch Kinder gewesen. Bei dem Täter handelt es sich demnach um einen Russlanddeutschen. Das Opfer soll aus Ägypten stammen.
Der Mann war vom Dresdner Amtsgericht im November 2008 zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Dem Urteil zufolge hatte er die nun getötete Frau im August 2008 auf einem Spielplatz in Dresden massiv beleidigt. Er soll sie dort unter anderem als Terroristin beleidigt haben. Er war damals mit einem Kind seiner Schwester auf dem Spielplatz, die Frau war mit einem eigenen Kind dort.
Sie hatte ihn nach Feststellungen des Amtsgerichts damals gebeten, eine Schaukel, auf der er saß, für ihr Kind freizugeben. Anschließend kam es zu der Beleidigung, über die nun in dem Berufungsverfahren erneut verhandelt werden sollte.
Sie verwies darauf, dass der Mann nicht aus der Haft vorgeführt worden sei. Deswegen seien zum Tatzeitpunkt auch keine Sicherheitskräfte im Saal gewesen. Es habe auch keine Kontrollen gegeben. Im Dresdner Landgericht gibt es Sicherheitskontrollen nur im Einzelfall. Sie werden angeordnet, wenn es Hinweise auf mögliche Gefährdungen gibt.
Der Tatort wurde abgesperrt, die genauen Umstände des Vorfalles sind laut Staatsanwaltschaft derzeit noch unklar. Erst im April gab es in Landshut in Bayern eine Bluttat in einem Gericht. Nach jahrelangem Zwist um Geld erschoss dabei ein 60-jähriger Mann im Landgericht seine 48-jährige Schwägerin, verletzte deren Anwalt und eine zweite Schwägerin schwer und nahm sich mit einem Kopfschuss das Leben. (AP)
