01.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Gerettete hörte andere Überlebende sprechen
Wie durch ein Wunder blieb eine Insassin bei der Flugkatastrophe unverletzt. Doch sie war wohl nicht die einzige, die lebend nach dem Unglück im Wasser trieb: «Ich habe Leute gehört, die sprechen», sagte sie.
Mehrere Insassen des am Dienstag in den Indischen Ozean gestürzten Airbus haben möglicherweise den Absturz zunächst überlebt. Die einzige gerettete Passagierin, die 14-jährige Bakari Bahiya, hörte nachts Menschen reden, als sie im Wasser trieb. Das sagte ihr Vater am Mittwoch dem französischen TV-Sender i-télé.
Er habe mit seiner Tochter im Krankenhaus in Moroni telefonieren können, sagte Bakari Kassim. Sie habe gesagt: «Papa, wir sind ins Wasser gefallen. Ich habe Leute gehört, die sprechen. Doch ich habe niemanden gesehen. Um mich herum ist alles schwarz gewesen.» Einige Stunden später habe sie die Retter kommen sehen.
Der Name des wundersam geretteten Mädchens heißt auf Deutsch «Hoffnung». Seine Tochter habe ihm gesagt, es gehe ihr gut, sagte Bakari Kassim. «Ich habe vom Arzt die Bestätigung, dass es gewisse Verbrennungen gibt. Aber im Augenblick gibt es nichts Schlimmes.»
Die Bakaris wohnen in einem Pariser Vorort. Bahiya hatte nach der Rettung zunächst geweint und nach ihrer Mutter gefragt, die mit im Flugzeug gesessen hatte. Die Familie hatte das Mädchen mit der Reise auf die Komoren mit der Kultur ihrer Vorfahren vertraut machen wollen.
Sie konnte den Rettungsring nicht greifenEine bei der Suche nach Überlebenden eingesetzte Rettungskraft sagte im Radiosender Europe 1, das Mädchen sei im Wasser treibend entdeckt worden. Den Rettungsring, den man ihr zugeworfen habe, habe sie nicht greifen können, sagte der Helfer. Daraufhin sei er selbst ins Wasser gesprungen und habe geholfen, sie zu bergen.
Der Airbus mit 153 Menschen an Bord stürzte am Dienstag beim nächtlichen Landeanflug auf die Inselhauptstadt Moroni bei stürmischem Wetter ab. Bei den meisten Passagieren handelte es sich um Komorer aus Frankreich, die ihren Urlaub bei ihren Familien in der früheren französischen Kolonie verbringen wollten. Bei dem betroffenen Airbus 310 wurden nach Angaben der französischen Regierung vor zwei Jahren zahlreiche Mängel festgestellt. Unklar war am Mittwochvormittag, ob Signale der Flugschreiber geortet wurden. (dpa/AP)