Leichen im Wasser entdeckt: 

netzeitung.deFlugschreiber des Jemen-Airbus wohl geortet

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Seitenleitwerke von Flugzeugen der Yemenia Air (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Seitenleitwerke von Flugzeugen der Yemenia Air
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wegen des schweren Seegangs gestaltet sich nach dem Absturz eines Airbus vor den Komoren die Suche nach weiteren Passagieren schwierig. Unklar ist, ob Signale der Flugschreiber geortet wurden.

Nach dem Absturz eines Airbus am Dienstag in den Indischen Ozean geht am Mittwoch die Suche nach Überlebenden weiter. Sie war am Dienstagabend bei Einbruch der Dunkelheit abgebrochen worden. Wegen des hohen Seegangs sind die Arbeiten im Meer schwierig. Die Chancen, weitere Überlebende zu finden, gelten als gering.

Am Dienstag war als zunächst einzige Überlebende ein 14-jähriges Mädchen unverletzt aus dem Wasser gerettet worden. Es war am Dienstag von einem Suchboot an der Absturzstelle entdeckt worden. Der Teenager hatte sich Berichten zufolge stundenlang verzweifelt an ein Wrackstück geklammert.

Marinetaucher aus Frankreich und den USA sollen nun erneut die Unglücksstelle absuchen. In der Nacht herrschten heftiger Südwind und eine starke Strömung, die nach Ansicht der Retter Leichen und Trümmerteile weit verteilt haben dürften.

Unklarheit herrschte am Mittwoch darüber, ob Signale der Black Box aufgefangen wurden. Zunächst sagte der französische Entwicklungshilfe-Staatssekretär Alain Joyandet am Mittwoch im französischen Fernsehen: «Es scheint, dass die Flugschreiber geortet wurden.» Joyandet war in der Nacht auf die Komoren geflogen, um die Zusammenarbeit bei der Bergung zu fördern. Kurz danach sagte indes der Staatssekretär im Verkehrsministerium der Komoren, Abdillah Mougni, der Nachrichtenagentur dpa, er bezweifle «sehr stark», dass der Flugdatenschreiber und das Aufzeichnungsgerät für Gespräche lokalisiert worden seien.

Der aus dem Jemen kommende Airbus A310 der Gesellschaft Yemenia Air war in der Nacht zum Dienstag bei stürmischem Wetter vor der Küste der Komoren mit 153 Menschen an Bord nach einem missglückten Landeanflug auf die Inselhauptstadt Moroni abgestürzt. Gefunden worden seien bisher lediglich kleinere Wrackteile und Gepäckstücke, sagte Mougni.

Flug IY 626 hatte elf Besatzungsmitglieder und 142 Passagiere an Bord, darunter viele Exil-Komorer mit französischer Staatsbürgerschaft. Mougni dementierte zudem Berichte, dass fünf Leichen aus dem Wasser geborgen worden seien. Sie seien von Booten aus zwar gesichtet worden, hätten wegen der schweren See aber nicht aus den Fluten des Indischen Ozeans gezogen werden können. Die treibenden Leichen trugen alle Schwimmwesten.

Es war das zweite folgenschwere Airbus-Unglück innerhalb eines Monats: Am 1. Juni war eine A330 der Air France mit 228 Menschen an Bord auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris in den Atlantik gestürzt. Der knapp 20 Jahre alte Airbus der jemenitischen Fluggesellschaft war bei einer Inspektion vor zwei Jahren in Frankreich wegen technischer Mängel aufgefallen.

Unklar blieb aber zunächst, ob technisches Versagen ursächlich für den Absturz war. Als möglichen Grund für den Absturz nannte Joyandet das schlechte Wetter. Außerdem sei das Flugzeug «nicht in gutem Zustand» gewesen. Die Unfallermittler müssten nun ihre Arbeit machen. Der jemenitische Transportminister Chalid al-Wasir trat indes Spekulationen entgegen, der Jet könne wegen eines technischen Defekts abgestürzt sein. Die in Frankreich vor zwei Jahren festgestellten Mängel hätten nur die Sitze, TV-Bildschirme und Kopfhörer betroffen, aber keine sicherheitsrelevanten Teile, berichtete die Nachrichtenagentur Saba. Die Maschine sei erst im Mai von Airbus-Technikern begutachtet worden. (dpa/nz)