Leichen im Wasser entdeckt:
Flugschreiber des Jemen-Airbus wohl geortet
01.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Marinetaucher aus Frankreich und den USA sollen nun erneut die Unglücksstelle absuchen. In der Nacht herrschten heftiger Südwind und eine starke Strömung, die nach Ansicht der Retter Leichen und Trümmerteile weit verteilt haben dürften.
Unklarheit herrschte am Mittwoch darüber, ob Signale der Black Box aufgefangen wurden. Zunächst sagte der französische Entwicklungshilfe-Staatssekretär Alain Joyandet am Mittwoch im französischen Fernsehen: «Es scheint, dass die Flugschreiber geortet wurden.» Joyandet war in der Nacht auf die Komoren geflogen, um die Zusammenarbeit bei der Bergung zu fördern. Kurz danach sagte indes der Staatssekretär im Verkehrsministerium der Komoren, Abdillah Mougni, der Nachrichtenagentur dpa, er bezweifle «sehr stark», dass der Flugdatenschreiber und das Aufzeichnungsgerät für Gespräche lokalisiert worden seien.
Der aus dem Jemen kommende Airbus A310 der Gesellschaft Yemenia Air war in der Nacht zum Dienstag bei stürmischem Wetter vor der Küste der Komoren mit 153 Menschen an Bord nach einem missglückten Landeanflug auf die Inselhauptstadt Moroni abgestürzt. Gefunden worden seien bisher lediglich kleinere Wrackteile und Gepäckstücke, sagte Mougni.
Unklar blieb aber zunächst, ob technisches Versagen ursächlich für den Absturz war. Als möglichen Grund für den Absturz nannte Joyandet das schlechte Wetter. Außerdem sei das Flugzeug «nicht in gutem Zustand» gewesen. Die Unfallermittler müssten nun ihre Arbeit machen. Der jemenitische Transportminister Chalid al-Wasir trat indes Spekulationen entgegen, der Jet könne wegen eines technischen Defekts abgestürzt sein. Die in Frankreich vor zwei Jahren festgestellten Mängel hätten nur die Sitze, TV-Bildschirme und Kopfhörer betroffen, aber keine sicherheitsrelevanten Teile, berichtete die Nachrichtenagentur Saba. Die Maschine sei erst im Mai von Airbus-Technikern begutachtet worden. (dpa/nz)

