30.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Rocker-Präsident tot «Outlaws» in Aufruhr
Bei der Beerdigung eines prominenten Rockers werden 500 «Outlaws» in der Pfalz erwartet. Der «Präsident» wurde schwer verletzt neben seinem Motorrad gefunden und starb in einer Klinik. Die Polizei geht von einer Gewalttat aus.
Nach dem gewaltsamen Tod eines regionalen Präsidenten des Motorradclubs «Outlaws» erwartet die rheinland-pfälzische Polizei einen Massenaufzug der Rocker. Zur Beerdigung in dieser Woche werden schätzungsweise 500 Clubmitglieder aus mehreren Bundesländern ins pfälzische Mettenheim reisen, wie der Sprecher des Polizeipräsidiums Mainz, Achim Hansen, berichtete. Die Beerdigung werde voraussichtlich Freitag oder Samstag stattfinden.
Die Polizei schließt nicht aus, dass der Tod des 45-Jährigen in Zusammenhang mit Rivalitäten innerhalb der Rockerszene steht. So gilt unter Insidern das Verhältnis zwischen «Outlaws» und «Hells Angels» als gespannt. Auch zwischen Mitgliedern der «Outlaws» und des Rockerclubs «Bandidos» hat es in der Vergangenheit in Deutschland bereits Auseinandersetzungen gegeben. Allerdings wird bei den Ermittlern betont, dass der Tod des 45-Jährigen auch völlig andere Hintergründe haben könne. Es werde ausdrücklich in alle Richtungen ermittelt.
Schwer verletzt neben dem Motorrad gefundenDer Getötete war Präsident der regionalen Untergliederung Donnersberg. Der 45-Jährige war am vergangenen Freitag gegen Mitternacht an der Landesstraße 386 bei Stetten im Donnersbergkreis schwer verletzt neben seinem Motorrad aufgefunden worden. Das Opfer wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen, wo er noch in der Nacht zum Samstag starb. Die Obduktion ergab am Wochenende, dass der Mann nicht an den Folgen eines Unfalls starb, sondern gezielt getötet wurde. Zur Art der Verletzungen macht die Polizei derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.
Die «Outlaws» wurden nach eigener Darstellung 1935 in McCook, einem Vorort von Chicago gegründet und sind damit einer der ältesten Motorradclubs der Welt. Der deutsche Zweig geht auf die nach eigener Darstellung 1973 im fränkischen Kitzingen gegründeten «Ghost Riders» zurück, die sich 2001 den «Outlaws» anschlossen. Der Club hat im Bundesgebiet knapp 40 regionale Untergliederungen, die sogenannten Chapter. (AP)