Kaum Hoffnung für Passagiere der Yemenia Airlines: 

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Kaum Hoffnung für Passagiere der Yemenia Airlines 

Lupe Mädchen überlebt Flugzeugabsturz vor Komoren

In der EU durfte die Maschine der Yemenia Air wegen Mängeln nicht mehr fliegen. Dass sie außerhalb noch flog, ist Dutzenden Menschen zum Verhängnis geworden, die nun mit ihr ins Meer stürzten. Doch es gibt Überlebende. Mindestens eine.

Im indischen Ozean vor der Inselgruppe Komodoren haben Rettungskräfte nach dem Absturz einer jemenitischen Verkehrsmaschine mindestens einen Menschen lebend geborgen. Zunächst konnte ein 14 Jahre altes Mädchen aus dem Wasser gezogen werden. Sie hatte sich stundenlang an ein Wrackteil geklammert. Später wurde laut dem arabischen Sender «Al Arabija» auch der Pilot gefunden.

Die Regierung der Komoren wies diesen Bericht allerdings zurück. Experten halten es ungeachtet der Frage, ob der Pilot lebt oder nicht für unwahrscheinlich, dass noch eine größere Zahl weiterer Überlebender gerettet werden könnten, denn auch zahlreiche Leichen wurden bereits von den Rettungsteams geborgen. Am Flughafen von Moroni, der Hauptstadt der Komoren, warten fassungslose Angehörige der insgesamt 153 Menschen an Bord des Flugzeugs der Yemenia Airlines auf Nachrichten aus dem Absturzgebiet.

Flammen gesehen
Der Flug hatte im Jemen in der Stadt Sanaa begonnen und sollte auf den Komoren enden. Beim Landeanflug stürzte die Maschine jedoch aus ungeklärter Ursache ins Meer.

Eine Augenzeugin will beobachtet haben, dass der Airbus 310-300 brannte. «Sie sah Flammen, die aus dem Flugzeug kamen», sagte der komorische Regierungssprecher Abdourahim Said Bacar der Nachrichtenagentur dpa.

Inzwischen wird massive Kritik an der Fluglinie Yemenia Air laut. Bei einer Inspektion der Maschine vor zwei Jahren sei «eine große Zahl von Mängeln» festgestellt worden, sagte der französische Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau dem Sender i-Télé. Seitdem sei der Airbus A310-300 in Frankreich nicht mehr geflogen. Die Fluggesellschaft stehe nicht auf einer Schwarzen Liste, werde aber streng kontrolliert.
«Man setzt uns in Schrottflugzeuge»
Die Airline hat das Flugzeug seit 1990 in Dienst und setzte es nach der Mängelinspektion in Frankreich weiter außerhalb der EU ein. Am Dienstag war es von der jemenitischen Hauptstadt Sanaa zu den Komoren aufgebrochen.

Mit einer Mischung aus Verzweiflung und Wut reagierte die komorische Gemeinschaft aus Marseille, aus der die meisten Menschen an Bord des Flugzeugs stammen. «Man setzt uns in Schrottflugzeuge, die den Normen nicht entsprechen», sagte Farid Soilihi, Präsident der Organisation SOS-Voyages mit Sitz in der französischen Hafenstadt. «Zum großen Unglück hat der komorische Staat nicht auf uns gehört. Nun ist geschehen, was wir vorhergesagt haben.»
Sarkozy sagt Hilfe zu
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy zeigte sich bestürzt über das Unglück. Er habe die Armee gebeten, alles zu tun, um bei der Suche nach Passagieren und Bordpersonal zu helfen, teilte sein Sprecher in Paris mit. Verkehrs-Staatssekretär Bussereau werde sich im Krisenzentrum am Pariser Flughafen Charles de Gaulle über die Entwicklung vor Ort auf dem Laufenden halten.

Ein französisches Militärflugzeug vom Typ Transall mit zwölf Tauchern, drei Ärzten und zwei Psychologen an Bord ist auf den Komodoren eingetroffen. Zwei Militärschiffe sind ebenfalls unterwegs. Nach Angaben des französischen Außenministeriums sind unter den 153 Menschen an Bord der abgestürzten Maschine 66 Franzosen. (AP/dpa/nz)