Plastikflaschen zu Feinden erklärt:
Leitungswasser soll Venedigs Müllberg abtragen
«Leitungswasser braucht keine Flaschen», sagt Riccardo Seccarello der «New York Times», ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung. «Die Qualität des Leitungswassers wird besser kontrolliert als die des Mineralwassers in Flaschen. Und billiger ist es auch.» Für die Stadt und ihre Einwohner. Denn im Gegensatz zu einem Liter Mineralwasser, der rund 26 Cent kostet, müssen für den Liter Leitungswasser nur 0,09 Cent bezahlt werden. Venedig dagegen hatte muss nur noch 261 Tonnen Plastikmüll pro Monat entsorgen. Im Vorjahr waren es noch 288 Tonnen. Ein nicht zu unterschätzender Fortschritt, wenn man bedenkt, dass das Einsammeln nur einer Tonne Müll in den Kanälen rund 250 Euro pro Tonne kostet. Das ist fast viermal mehr als auf dem Festland, wo für die die gleiche Menge nur rund 60 Euro ausgegeben werden müssen.
Da Wasser aus dem Hahn in Venedig oft spaßig als «Bürgermeisterwasser» bezeichnet wird, steht einer nun natürlich ganz besonders unter Beobachtung: Der Bürgermeister. Massimo Cacciari enttäuscht die Erwartungenen keineswegs. In der Stadt hängen Poster, die ihn mit Glaskaraffe zeigen. «Auch ich trinke das Bürgermeisterwasser» steht daneben. (nz)

