15.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Müll nach der Flashmob-Party
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach der großen Sause folgt der Kater, das ist auch im Fall der über MeinVZ organisierten Flashmob-Feier auf Sylt so. Das Ordnungsamt hat sich gemeldet. Darüber «grinst» der Party-Verursacher jedoch nur, wie er sagt.
Rund 20.000 Euro sollen die Aufräumarbeiten an einem Sylter Strand nach der Flashmob-Party vom Samstag gekostet haben. 20.000 Euro, die das Ordnungsamt nun vom Veranstalter der Party wieder haben will.
«Wir werden sie ihm in Rechnung stellen», sagt Ordnungsamtsleiter Hans Wilhelm Hansen dem Onlineportal der «Bild». Ihm, das ist Christoph Stüber aus Busdorf in Schleswig Holstein. Er hatte in seinem Profil für Samstag eine Strandparty auf Sylt angekündigt. Und mit rund 100 Gästen gerechnet.
Es kamen aber mehr als 5000, organisiert nach dem Flashmob-Prinzip: Der eine sagt es dem anderen über SMS, Twitter, vor allem aber über die VZ-Netzwerke. 350 Polizeibeamte waren am Samstag im Einsatz, 14 Verhaftungen, überfüllte Züge sowie ein riesiger Berg an Müll waren die Folgen.
Doch Stüber sagt, er sehe sich «nicht als Veranstalter» und betrachte die Forderung mit einiger Gelassenheit: «Ich grinse darüber.» Er habe sich einen Anwalt genommen und auch schon das bewährte Flashmob-Prinzip genutzt, um Mitstreiter zu gewinnen. «Alle Mann zum Verwaltungsgericht, wir gewinnen den Prozess», lautet der Aufruf diesmal.
Online Spenden sammeln?Die Party auf Sylt war eigentlich gar keine richtig tolle geworden, weil unzählige der Gäste schnell wieder abzogen, weil sie mit der Musik und dem Getränkemangel unzufrieden waren. Viele hatten wohl aber auch ihren Frust genau darüber an Zug-Waggons, Papierkörben und anderem ausgelassen.
Andere, unter ihnen der Veranstalter, halfen sogar am Sonntag beim Aufräumen. Vielleicht kann Stüber ja auch noch einmal für eine andere Idee sein Netzwerk bemühen und über MeinVZ Spenden sammeln. Wenn jeder der 5000 Gäste vier Euro überwiese, wäre die Geschichte schnell wieder aus der Welt.
Und schon melden sich die ersten Besucher von Stüwers Netzwerk-Webseite mit entsprechenden Vorschlägen zu Wort: «hab mir überlegt, dass wir alle 1 Euro spenden», schreibt ein «Hendrik», «den prozess kriegen wir auch noch geschafft», meint eine irina. (nz)