Mit Eis gekühlter Behälter geborsten: 

netzeitung.dePanne bei Grippeviren-Transport in Intercity

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Grippeerreger (Foto: CDC<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Grippeerreger
Foto: CDC
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Menschliches Versagen gilt als Grund für einen brisanten Zwischenfall mit Erregern der Schweinegrippe. Die Viren sollten von Zürich nach Genf transportiert werden. Doch dann barst der Behälter.

Glimpflich verlaufen ist ein Vorfall mit Grippeviren in einem Intercity-Zug von Zürich nach Genf. Am Montagabend barst ein Behälter, der ausgerechnet die derzeit sehr gefürchteten Erreger der so genannten Schweinegrippe enthielt. Ein Mensch wurde dabei jedoch nur leicht verletzt und umgehend betreut.

Grund für den Zwischenfall war unkorrekt verpacktes Trockeneis, das die Viren kühlen sollte. Nach Angaben der Waadtländer Kantonspolizei war ein Techniker des Nationalen Zentrums für Influenza nach Zürich gereist um acht Behälter abzuholen, von denen fünf eine ungefährliche Variante des Schweinegrippe-Virus enthielten. Die Viren waren im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) für das Genfer Zentrum bestimmt, um dort einen Test zur Erkennung der Schweinegrippe zu entwickeln.

Die Behälter waren in einer dreifachen Verpackung hermetisch gesichert und mit Trockeneis gekühlt. Das Trockeneis war jedoch ungenügend verpackt. Während der Zugfahrt mit dem Intercity 730 St. Gallen - Genf bildete sich durch austretendes Gas im Innern des Behälters ein Überdruck. Um 18.39 Uhr, als sich der Zug kurz vor dem Bahnhof Freiburg befand, kam es zu einer Verpuffung, bei der ein Reisender die leichten Verletzungen erlitt.

Zug gestoppt
Nach Rücksprache mit einem Virologen stoppte die Waadtländer Kantonspolizei den Zug kurz vor dem Bahnhof Lausanne, um die 61 Passagiere des Waggons zu betreuen. Ein Spezialist für Infektionskrankheiten des Waadtländer Kantonsspitals versicherte die Betroffenen, das in dem Behälter transportierte Virus stelle kein Infektionsrisiko für den Menschen dar. Auch der Virologe aus Genf, für den der Laborbehälter bestimmt war, begab sich zusammen mit einem Biologen vor Ort und machte ebenfalls darauf aufmerksam, dass kein Ansteckungsrisiko für den Menschen bestehe.

Nach Auskunft von Patrick Mathys, dem Leiter der Sektion Pandemievorbereitung im BAG, handelte es sich um Viren rein tierischen Ursprungs. Diese könnten zwar auf den Menschen übertragen werden, lösten aber nur leichte Grippesymptome aus. Die Viren würden bei der Entwicklung des Tests zur Kontrolle gebraucht.

Der Transport mitten in einem Passagierzug entsprach laut Mathys den Vorschriften. Mit Ausnahme der Trockeneisverpackung sei eigentlich alles richtig gelaufen, sagte der BAG-Experte und sprach von menschlichem Versagen. (AP/nz)