«MS Melody» wehrt Angriff erfolgreich ab: 

netzeitung.deSeeräuber attackieren Kreuzfahrtschiff

 Herausgeber: netzeitung.de

In den vergangenen Wochen wurden zahlreiche Schiffe vor der somalischen Küste angegriffen. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe In den vergangenen Wochen wurden zahlreiche Schiffe vor der somalischen Küste angegriffen.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit Waffen und Feuerlöschern haben Sicherheitskräfte eines italienischen Kreuzfahrtschiffes mehrere Piraten in die Flucht geschlagen. An Bord der «MS Melody» sollen auch deutsche Passagiere sein.

Piraten haben nach italienischen Angaben ein italienisches Kreuzfahrtschiff mit rund 1500 Menschen an Bord angegriffen. Wie italienische Medien am Sonntag berichteten, konnte die «MS Melody» der italienischen Kreuzfahrtgesellschaft MSC Crociere S.A. die Attacke vor der somalischen Küste am Vorabend allerdings abwehren. Das Schiff mit 991 Passagieren und 536 Crewmitgliedern an Bord sei von sechs mit Kalaschnikow-Schnellfeuergewehren bewaffneten Piraten auf einem Zodiac-Schnellboot angegriffen worden, hieß es.

Sicherheitskräfte hätten das Feuer erwidert mit Waffen, die sich an Bord von Kreuzfahrtschiffen befinden, wie es heißt. Außerdem seien Feuerlöscher eingesetzt worden, um die Piraten in die Flucht zu schlagen. Auch habe Kapitän Ciro Pinto mit «Ablenkungsmanövern» reagiert. Schließlich hätten die Seeräuber von ihrem Vorhaben abgelassen. Am Kreuzfahrtschiff sei leichter Schaden entstanden. Von den Passagieren sei niemand ernsthaft verletzt worden.
Kriegsschiffe patroullieren
Laut Kapitän Pinto ereignete sich der Angriff auf offener See - gut 330 Kilometer von den Seychellen und rund 1100 Kilometer von der somalischen Küste entfernt. Es sei daher anzunehmen, dass die Piraten Unterstützung von einem Schiff bekommen hätten, so der Kapitän.

Das Kreuzfahrtschiff habe seine Reise Richtung Akaba in Jordanien fortgesetzt. Allerdings alarmierte es in der Region patrouillierende Kriegsschiffe, um die Fahrt sicherheitshalber im Konvoi fortzusetzen. Nach Informationen von «Spiegel Online» sind an Bord des Kreuzfahrtschiffes zahlreiche Deutsche. Erst am Samstag war der deutscher Frachter «Patriot» im Golf von Aden entführt worden.(dpa)