21.03.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Bei dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs kamen zwei Menschen ums Leben.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs lässt Oberbürgermeister Schramma seine Mitarbeiter überprüfen - vor allem seinen Baudezernenten Streitberger. Schon lange vor dem Unglück soll es Grundwasser-Probleme gegeben haben.
Nach brisanten Enthüllungen zur möglichen Ursache des Kölner Archiv-Einsturzes hat Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) disziplinarrechtliche Prüfungen eingeleitet. Wie seine Sprecherin am Samstag erklärte, richten sich diese Prüfungen «gegen all diejenigen, die etwas gewusst und weder den Krisenstab noch ihn darüber informiert haben». Unter anderem werde das Verhalten von Baudezernent Bernd Streitberger (CDU) untersucht.
Der «Kölner Rundschau» sagte der Oberbürgermeister: «Ich fühle mich von den KVB hintergangen.» Er frage sich, warum man nicht die Notbremse gezogen und das Archiv sofort evakuiert habe. Verärgert sei er vor allem über seinen Baudezernenten Streitberger. Von ihm fühle er sich unzureichend informiert.
Am Freitagabend war bekanntgeworden, dass es schon sechs Monate vor dem Archiv-Einsturz erhebliche Grundwasser-Probleme an der benachbarten U-Bahn-Baustelle gegeben hatte. Nach Baustellenprotokollen kam es bereits im September 2008 zu einem sogenannten hydraulischen Grundbruch. Ein solches Ereignis gilt derzeit als wahrscheinlichste Ursache des Unglücks.
Hinweis kaum aus Wirtschaftsdezernat Der Hinweis auf den Grundbruch im September kam aber offenbar weder von den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) noch von Baudezernent Streitberger, sondern von Wirtschaftsdezernent Norbert Walter-Borjans (SPD). Dieser hatte die Information von einem Mitarbeiter der Vermessungsabteilung, der an den Baustellenbesprechungen an der späteren Unglücksstelle beteiligt gewesen war.
Experten halten es für wahrscheinlich, dass am Unglückstag große Mengen Kies und Wasser in die Baugrube für die U-Bahn abrutschten und dadurch der Boden unter dem Archivgebäude so instabil wurde, dass es zusammenbrach. Dabei waren am 3. März zwei Menschen getötet worden. (dpa/nz)