11.03.2009
Herausgeber: netzeitung.de
In Sorge: Menschen in Winnenden
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Stundenlang hatten Menschen in Winnenden und Umgebung gebangt: Ein Amokläufer war auf der Flucht, nachdem er in einer Schule zahlreiche Menschen erschossen hatte. Nun ist auch der Mann selbst tot.
Mit einer Schießerei zwischen Polizisten und Tatverdächtigem in einem Supermarkt ist der Amoklauf von Winnenden zuende gegangen. Der Amokläufer ist tot. Allerdings hat er kurz vorher noch weitere Menschen erschossen.
Bei den nun ingesamt 16 Toten (darunter auch der Amokläufer) handelt es sich um neun Schüler im Alter von 14 und 15 Jahren, drei Lehrer und drei Passanten, wie die Polizei bei einer Pressekonferenz vor Ort bekanntgab. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.
Er sei erschüttert über die «grauenvolle und in keiner Form erklärbare Tat». Der CDU-Politiker sagte: «Betroffen ist ganz Baden-Württemberg. Die Schule, einen Ort der Zukunft, der Bildung und Erziehung so zu stören und zu zerstören ist besonders gemein.»
Nach Angaben von Innenminister Heribert Rech (CDU) bot sich den beiden Interventionsteams der Polizei in Winnenden Augenblicke nach dem Notruf ein «grauenvolles Bild» in der Schule.
Kultusminister Helmut Rau (CDU) sagte, dies sei «die größte Katastrophe, die einer Schule passieren kann. Die Seele der Schule ist tief verwundet.»
Bundespräsident Horst Köhler äußerte sich erschüttert über die Tat. Seine Frau und er seien in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien und Freunden, erklärte Köhler in Berlin. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei entsetzt, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.
Mehr als 15 evangelische Notfallseelsorger waren am Mittag in der baden-württembergischen Stadt im Einsatz. Weitere Pfarrer stünden auf Abruf bereit, sagte ein Sprecher der Landeskirche am Mittwoch dem Nachrichtendienst epd.
Der Amokläufer, den die Polizei als 17 Jahre alten schwarz gekleideten Mann beschrieb, hatte um 9.30 die Albertville-Realschule im Ort Winnenden bei Stuttgart betreten und sofort Schüler erschossen. Anschließend flüchtete er.
Er stahl ein Auto, das nach einiger Zeit in Wendlingen von der Polizei gestoppt wurde. Es folgte ein Schusswechsel, bei dem auch der Tatverdächtige starb.
Der Jugendliche hatte im vergangenen Jahr an der Schule die Mittlere Reife abgelegt und eine Ausbildung begonnen. Er stammt aus dem Winnender Vorort Weiler zum Stein. Nach ersten Erkenntnissen hatte er im Elternhaus Zugang zu Waffen. (dpa/AP/nz)