22.02.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Fasten?
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Fasten muss nicht immer verweigerte Nahrungsaufnahme bedeuten. Die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern kann auch mit einem sinnvolleren Verzicht verbracht werden.
Viele Menschen sehen die Fastenzeit als eine Art seelischen Frühjahrsputz und verzichten dabei auf liebgewordene Laster. Dass nicht immer der Verlockung von Süßigkeiten, Zigaretten oder Alkohol entsagt werden muss, zeigen einige außergewöhnliche Ideen zur Fastenzeit. Nachfolgend ein Überblick:
AutofastenEine Zeit lang auf das Auto zu verzichten und damit etwas fürs Klima tun - dafür wird unter anderem in den Bistümern Trier und Mainz, der Evangelischen Kirche im Rheinland, in Hessen-Nassau und in der Pfalz geworben. In der Fastenzeit soll das Auto möglichst oft stehenbleiben und wenn nötig vom Rad oder dem öffentlichen Nahverkehr ersetzt werden.
Wenn das nicht geht, sollte man wenigstens Fahrgemeinschaften bilden, bewusst spritsparend fahren oder einen Ausgleich für die verursachte CO2-Belastung über entsprechende Klimaprojekte leisten. Unterstützt wird die Aktion unter anderem von Verkehrsverbünden der Region, den Landesregierungen, Naturschutzverbänden und Verkehrsunternehmen. Im Idealfall, so wünschen es sich die Verantwortlichen, sollen die Teilnehmer bei der Aktion ihren Umgang mit dem Auto überdenken. Informationen unter:
autofasten.de SMS-FastenSicherlich passt auch der Verzicht auf die ständige Erreichbarkeit ins Fastenkonzept. Beim SMS-Fasten erhalten die Teilnehmer einmal am Tag eine Kurznachricht mit einem Bibelvers, um sich auf Gott zu besinnen und so das nahende Osterfest vorzubereiten. Los geht's am Aschermittwoch bis zum Ostersonntag. Die Teilnahme kostet vier Euro.
Prominente Teilnehmer waren nach Angaben der verantwortlichen katholischen Fernseharbeit ZDF-Moderator Steffen Seibert, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck oder RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel. In diesem Jahr ist unter anderen der niedersächsische Regierungschef Christian Wulff mit von der Partie. Weitere Informationen zur Anmeldung gibt es unter:
kirche.tv.
«7 Wochen ohne»Die Fastenaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland findet seit mehr als 25 Jahren statt. Im vergangenen Jahr stand sie ausgerechnet unter dem Motto «Verschwendung» und rief die Teilnehmer dazu auf, in den 40 Tagen zwischen Aschermittwoch und Ostern ihre Zeit, Gastfreundschaft, Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft zu geben.
Ihre Anfänge hat die Aktion in Hamburg, als eine Gruppe von Journalisten und Theologen nach einer fröhlichen Kneipenrunde 1983 beschloss, sieben Wochen lang zu fasten. Es ging den Fastenden nicht nur darum, einige Wochen dem Konsum abzuschwören, sondern vielmehr einen persönlichen, spirituellen Mehrwert zu erreichen. Weitere Informationen gibt es unter:
sieben-wochen-ohne.de. Dort kann man auch Fastenkalender bestellen, eine Fastengruppe in seiner Nähe suchen oder selbst eine solche Gruppe dort anmelden. (AP/nz)