18.02.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Vorher und nachher: Was so ein "Problemzonenlifting" der Jecken alles bewirken kann
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eine splitternackte Angela Merkel sitzt in aufreizender Pose auf einem der Prunkwägen für den kommenden Rosenmontagszug. Doch im Eva-Kostüm darf die Kanzlerin nun doch nicht mitfahren - sie soll einen Bikini tragen.
Beim Richtfest des Rosenmontagszugs zog ein Wagen alle Blicke auf sich: Rot lackierte Fingernägel, Wimperntusche, Lippenstift und zwei kleine Bundesadler anstelle der Brustwarzen so freizügig hat man die Kanzlerin noch nicht gesehen. Die barbusige Blondine, die sich einige Jecken gerne vor den Wagen spannen würden, soll man wohl auch in Zukunft nicht sehen.
Zwei Stunden nach der Wagenpräsentation am Dienstag erklärte das überraschte Festkomitee, die Faschingsfigur der Frau Merkel werde bis zum Rosenmontagszug noch einen Bikini aufgemalt bekommen. «So ein brasilianisch kleiner», sagte Zugleiter Christoph Kuckelkorn dem Kölner Stadt-Anzeiger, «Wir wollen eine derartige Effekthascherei nicht». Laut Kölner Express wollte sich im Bundeskanzleramt niemand zu der «Umkleide-Aktion» äußern. Rosenmontagszüge, so hieß es, kommentiere man nicht.
Nach dem Motto «Problemzonenlifting» wurde der Faschingfigur Merkel politischer Ballast wie Arbeitslosigkeit, Neuverschuldung und Wirtschaftswachstum operativ entfernt. Die Kanzlerin ist vor und nach den Schönheits-Korrekturen dargestellt.
Der Wagenbauer Jörg Liebetrau würde am liebsten nichts mehr an seiner Figur ändern. Und auch Jacques Tilly, der die wesentlich frecheren Wagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug entwirft, reagierte mit Unverständnis: «Das ist gegen die Spielregeln», sagte er. «Für diese Darstellungen ist der Karneval doch erfunden worden.»
Bereits vor zwei Jahren musste ein Wagen nach dem Richtfest noch einmal umdekoriert werden. Weil Schönheitswettbewerbe aufs Korn genommen werden sollten, sprang einer der Figuren der Busen aus dem BH, einer anderen sprossen die Schamhaare unterm Höschen hervor. Damit war jedoch die Schamgrenze einiger Jeckinnen erreicht. (nz/dpa)