27.01.2009
Herausgeber: netzeitung.de
So steckte das Auto im Dach
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ermittler rätseln, wie das Auto im sächsischen Limbach-Oberfrohna ins Kirchendach gelangte. Ein Physiker hat die wahrscheinliche Geschwindigkeit des Fahrzeuges ausgerechnet. Sie liegt weit unter dem, was andere vermuten.
Am Tag nach dem spektakulären Flug eines Autos in ein Kirchendach hinein ist den Ermittlern noch immer nicht ganz klar, wie der Unfall im sächsischen Limbach-Oberfrohna genau verlief. Fest steht nur, dass der Fahrer über eine Böschung raste und von dort ins mehr als 30 Meter entfernte Dach katapultiert wurde.
Der 23-Jährige wurde dabei so schwer verletzt, dass er noch immer nicht ansprechbar ist. Bis er sich zum Unfall äußern kann, muss die Polizei akribisch alle Spuren auswerten und ihre eigenen Schlüsse ziehen.
«Eine leicht ansteigende Wiese hat dann offenkundig wie eine Sprungschanze gewirkt», lautete die erste Erkenntnis des Polizeisprechers. Auch erfahrene Beamte hätten so etwas noch nie erlebt. «Das Ganze ist unglaublich.»
Nach den Angaben der Polizei war das Auto gegen 23 Uhr mit einem Knall in das Dach des Gotteshauses eingeschlagen und fast vollständig im Dachboden verschwunden.
Physiker: 75!Spekulationen, der Autofahrer könne mit bis zu 200 Kilometern in der Stunde durch den Ort gerast sein, widersprach ein Experte für Physik: Gunter Beddies von der TU Chemnitz sagte der «Freien Presse», es sei wahrscheinlich, dass das Auto mit einem Winkel von etwa 45 Grad abgehoben habe. Bei einem solchen Winkel hätte das Auto nach seinen Berechnungen Tempo 75 haben müssen, um genau im Kirchendach zu landen.
«Physikalisch gesehen handelte es sich um einen sogenannten schrägen Wurf», sagte er. Wäre die Kirche nicht im Weg gewesen, wäre das Auto demnach noch etwa zehn Meter weiter geflogen. (AP/nz)