08. Jan 2009 13:52
Der Wirt trank fast nur Wasser, sein junger Gast 45 Tequila. Eine junge Frau, die dem 16-Jährigen einige der letztlich tödlichen Getränke servierte, entging nun einer Strafe.
Der Gymnasiast hatte sich in den frühen Morgenstunden in dem inzwischen geschlossenen Lokal «Eye T» in Berlin-Charlottenburg mit 45 Tequila ins Koma getrunken. Der Junge starb fünf Wochen später. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Aushilfskellnerin war wegen Beihilfe zur Körperverletzung angeklagt. Die Einstellung begründete das Gericht mit Reue, dem sehr jungen Alter und ihrer untergeordneten Rolle. Sie leide sehr unter dem Tod des Jungen, den sie auch selber kannte, teilte eine Justizsprecherin mit. Der Verteidiger der jungen Frau kritisierte, dass der Wirt als Haupttäter rund zwei Jahre nach dem erschütternden Fall noch immer nicht vor Gericht gestellt wurde.Der inzwischen 28-Jährige ist wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Er wurde vor knapp einem Jahr wegen überlanger Untersuchungshaft in die Freiheit entlassen. In einem ersten Prozess im vergangenen Februar wurden zwei weitere Beteiligte im Alter von 18 und 21 Jahren wegen Beihilfe zur Körperverletzung zu jeweils zehn Monaten sozialem Training verurteilt worden. Der Ältere hatte Tequila ausgeschenkt, der andere hatte eine Strichliste über die getrunkene Menge geführt.(nz/dpa)