Vorfall in Lauf bei Nürnberg:
Angeschossener Polizist nicht mehr im Koma
05.01.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Am Montag begann die Obduktion ihrer Leiche, Ergebnisse lagen zunächst nicht vor. Die Frau war kurz nach dem Schuss in den Kopf in einem Krankenhaus gestorben. Der 30-Jährige habe nach dem Aufwachen nach seinem MP3-Player verlangt, um seine eigene Musik hören zu können. Dies zeige, dass er sich orientieren könne, sagte Schönwald.
Mit den Kollegen des betroffenen Paares in der Dienststelle in Lauf bei Nürnberg führten Notfallseelsorger der Polizei auch am Montag Gespräche, um das Ereignis aufzuarbeiten. «Da ist die ganze Dienststelle betroffen», erläuterte die Polizeisprecherin.
Aus Angst, dass die beliebte und aufgeschlossene Polizistin die Dienstwaffe in ihrer Hand bei einem Zugriff gegen sich selbst richten könnte, hätten die Beamten abgewartet - zumal sie die Distanz zwischen Treppenhaus und dem Aufenthaltsraum des Paares nicht unbemerkt hätten überwinden können. «Sie hat gesagt, dass niemand das Zimmer betreten soll.»
Der Leiter des Münchner Kriseninterventionsdienstes des Arbeiter-Samariter-Bundes, Peter Zehentner, sagte: «Keiner rechnet damit, dass eine Polizistin auf Polizisten schießt.» Sofern Täter von einer Waffe Gebrauch machten, geschehe dies meistens recht schnell. Das Paar hatte jedoch mehr als sieben Stunden miteinander gesprochen, bevor die Schüsse fielen.
Auch die Tatsache, dass der Dienstgruppenleiter während des Gesprächs vermitteln sollte, sei ein gutes Zeichen gewesen. «In einer solchen Situation geht man davon aus: Das nimmt ein gutes Ende», sagte Zehentner. Möglicherweise wegen Übermüdung sei die Frau dann doch ausgerastet. (dpa)

