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Jahresende und Jahresanfang: 

Wir leben gerade «zwischen den Jahren»

26. Dez 2008 09:18
Zur Besinnung kommen: Die Zeit
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Es ist eine ruhige, besinnliche Zeit, die man in der Familie verbringt: die Tage von Weihnachten bis zum Dreikönigsfest. Beschrieben wird die Zeitspanne mit dem Begriff «Zwischen den Jahren». Woher aber stammt diese Formulierung?

Pläne für die Zeit «zwischen den Jahren» haben viele, doch woher kommt diese Redewendung eigentlich? Bezeichnet wird damit der Zeitraum von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar. Diese Zeit gilt als Phase der Besinnung und des Ausblicks auf das künftige Leben. Die Redewendung «zwischen den Jahren» hat ihren Ursprung im langen Streit über den Zeitpunkt der Geburt Christi und den Jahresanfang zu Beginn der neuen Zeitrechnung.

Das seit 153 vor Christus am 1. Januar beginnende römische Amtsjahr kam zunehmend in Konflikt mit dem christlichen Kirchenjahr. Zunächst feierten Christen die Taufe Jesu am 6. Januar als Erscheinung des Herrn. Mitte des vierten Jahrhunderts wurde der 25. Dezember dann erstmals nicht nur als Geburtstag Christi, sondern auch als Jahresanfang bestimmt.

Im Mittelalter wechselte die Kirche den Neujahrstermin mehrmals, bis ihn Papst Innozenz XII. im Jahr 1691 endgültig auf den 1. Januar festlegte. In vielen Bistümern erfolgte die Umsetzung jedoch nicht zur gleichen Zeit. Selbst in benachbarten Städten gab es nicht selten unterschiedliche Termine für den Jahresanfang - ein weiterer Grund für den Ausdruck «Zwischen den Jahren».

Träume gehen in Erfüllung

Aberglauben und Bräuche für diese besondere Zeit waren im Volk verbreitet. So waren viele Arbeiten verboten, um kein Unheil heraufzubeschwören: Wäschewaschen, Nähen und Spinnen war ebenso zu vermeiden wie den Stall ausmisten oder Staub zusammenfegen und vor die Tür zu werfen. Alle notwendigen Arbeiten sollten mit einer gewissen Andacht und in Ruhe verrichtet werden. Auf dem Land hatte das Gesinde frei.

Auch hielt man es für ein schlechtes Omen, wenn sich «zwischen den Jahren» das Vieh im Stall losriss. Gegenseitige Besuche in der Zeit sollten die Freundschaft festigen. Angeblich gehen auch alle Träume in diesen Nächten im neuen Jahr in Erfüllung. (dpa)

 
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