15.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Mannichl wollte eigentlich seinen Nachbarn eine Freude machen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In der Siedlung des Polizeidirektors gibt es in der Vorweihnachtszeit einen Brauch, der dem Passauer Beamten zum Verhängnis wurde. Denn der Täter hatte sich ein Messer gegriffen, das aus einem anderen Grund vor der Haustür lag.
Zwei Tage nach dem Mordanschlag auf den Passauer Polizeidirektor Alois Mannichl ist tragisches Detail der Attacke bekannt geworden. Die Tatwaffe war ausgerechnet ein Messer, das dem Opfer gehörte und das wegen eines Adventsbrauchs vor dem Haus Mannichls bereit lag. Unklar ist, ob das Messer den Täter zu dem Attentat animiert hat. Darüber könne nur spekuliert werden, sagte Passaus Leitender Oberstaatsanwalt Helmut Walch am Montag.
In der Siedlung, in der Mannichl wohnt, ist es in der Vorweihnachtszeit Brauch, für die Nachbarn Lebkuchen vor das Haus zu stellen. Die Mitbürger können sich dann mit einem bereitliegenden Messer ein Stück abschneiden. Wie die Ermittler mittlerweile herausgefunden haben, hat sich der glatzköpfige Täter eben dieses Messer geschnappt und ist damit auf Mannichl losgegangen.
5000 Euro BelohnungDer Polizeidirektor war am Samstagabend an der Tür seines Privathauses von einem glatzköpfigen Mann mit rechtsextremistischen Parolen beschimpft und niedergestochen worden. Mannichl hatte den Messerstich nur knapp überlebt, befindet sich aber auf dem Weg der Besserung.
Als Tatvererdächtige waren am Sonntag zwei 26 und 27 Jahre alte Rechtsradikale aus dem Raum Passau gefasst, aber wieder freigelassen worden. Oberstaatsanwalt Walch sagte, Tatortspuren hätten keine Übereinstimmung ergeben, beide hätten wasserdichte Alibis, und der verletzt im Krankenhaus liegende Mannichl habe sie auf Fotos auch nicht wiedererkannt. Die 50-köpfige Sonderkommission habe derzeit keine heiße Spur. Das Bayerische Landeskriminalamt setzte 5000 Euro Belohnung aus. (nz/dpa/AP)