Deutschlandweite Fahndung:
Die Suche nach dem Bombenleger
05.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Für die Polizei stand der Täter schnell fest. Seit mehr als einer Woche fahnden sie bereits nach dem Stiefbruder von Charlyn Mutter, Peter John. Er lag angeblich schon lange im Streit mit der Familie, das Motiv war nach Angaben der Polizei jahrzehntelang gewachsen. Im Familienkreis soll der Stiefbruder bereits öfter aggressiv aufgefallen sein. Während Peter John nach seiner Zeit bei der Bundeswehr ins kriminelle Millieu abglitt, gründete seine Stiefschwester eine Familie und führte ein glückliches Leben.
Die Polizeiakte des Gesuchten umfasst bis heute bereits 50 Einträge. Nach seinem Wehrdienst bei der Bundeswehr hat er nie einen Beruf erlernt. Medienberichten zufolge soll er dort aber seine Vorliebe für Waffen und Sprengstoffe entwickelt haben.
Charlyns Vater hatte am Morgen des Briefkasten-Attentats ein Päckchen auf dem Dach seines Autos gefunden. Er warf es ohne große Beachtung ins Auto. Nachmittags kam ihm die ganze Sache doch verdächtig vor und er brachte das Päckchen zu einer Polizei-Dienststelle. Dort stellten Experten des Landeskriminalamtes den Inhalt fest: Sprengstoff. Das war etwa 20 Minuten bevor der Briefkasten der Familie in die Luft flog.
Seit dem Briefkasten-Anschlag vom 26.11.2008 sind bis Mittwochabend 66 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, seit Donnerstag gab es allerdings keine neuen Tipps. Die Polizei vermutet, dass Peter John sich immer noch in der Berlin aufhält. Man stuft ihn als sehr gefährlich ein, weil er eventuell noch Sprengstoff bei sich haben könnte. Der Polizeipräsident hat 10 000 Euro Belohnung für Hinweise zur Ergreifung ausgesetzt, das ist doppelt soviel wie sonst üblich. Unter den Rufnummern 4664-978 311 oder 4664-911 201 werden Anrufe entgegengenommen.
Nach Berichten der Berliner Zeitung geht es Charlyn mittlerweile wieder besser. Nach dem Unfall musste sie für wenige Tage in künstliches Koma versetzt werden, ist mittlerweile aber wieder erwacht. Chefarzt Andreas Eisenschenk vom Unfallkrankenhaus Berlin versicherte der Zeitung «die Patientin sieht und hört gut und man sich mit ihr unterhalten. Dennoch stünden noch etwa fünf Operationen aus, so der Chefarzt, um die vielen Knochenbrüche im Arm zu stabilisieren. (nz/dpa)

