Gifte in der Landwirtschaft: 

netzeitung.deImker schlagen Alarm wegen Bienensterben

 Herausgeber: netzeitung.de

Bienen sind immer seltener zu Gast, auch bei den duftenden Mandelblüten (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bienen sind immer seltener zu Gast, auch bei den duftenden Mandelblüten
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Deutschland und der Schweiz hat sich die Anzahl der Bienenvölker in den letzen 15 Jahren nahezu halbiert. Die Imker fordern nach dem Massen-Bienensterben vom Frühjahr politische Konsequenzen.

Die Imker in Deutschland warnen vor einem weiteren Bienensterben. Der Deutsche Imkerbund und der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund fordern von Bundeslandwirtschafts-Ministerin Ilse Aigner (CSU) ein Verbot bestimmter Pestizide.

Der immer größere Einsatz von Giften und Agro-Gentechnik führe weltweit zu einem großen Bienensterben, kritisierten die Verbände in einem Brief an Aigner, der Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin vorlag. Pflanzenschutzmittel mit Neonicotinoiden zur Saatgutbehandlung müssten verboten werden. Die Imker sehen auch Risiken in genverändertem Mais: Er schwäche das Immunsystem der Bienen.

Die Verbände werfen Wissenschaftlern vor, die Probleme wegen einer zu engen Verflechtung mit Wirtschaftsinteressen und Behörden zu ignorieren. Der Einsatz des umstrittenen Insektengifts Clothianidin mit bestimmten Sämaschinen hatte am Oberrhein in diesem Frühjahr rund 11 500 Bienenvölker von 700 Imkern schwer geschädigt. Es war daraufhin verboten worden, wurde aber inzwischen für einen streng begrenzten Bereich wieder zugelassen. Die Imkerverbände sprachen vom Tod von 330 Millionen Bienen am Oberrhein. (dpa)