03. Dez 2008 15:28
«Was Besseres als das Leben hier können wir überall finden»: Viele Deutsche scheinen sich das abgewandelte Zitat der Bremer Stadtmusikanten zu eigen zu machen. Sie kehren ihrem Heimatland den Rücken.
Im Gegenzug wanderten insgesamt 680.700 Menschen nach Deutschland ein, davon 575.000 Ausländer. Damit verzeichnete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 44.000 mehr Zuzüge als Fortzüge. 2006 betrug die Differenz 23.000. Der Ausländeranteil an der Bevölkerung lag weiterhin konstant bei 8,8 Prozent, das sind 6,74 Millionen Menschen. Die größte Ausländergruppe stellen Bürger aus EU-Staaten dar (34,6 Prozent), gefolgt von Türken mit 25 Prozent. Fast zwei Drittel der Ausländer leben seit zehn oder mehr Jahren in Deutschland. 70 Prozent der Ausländer sind seit acht oder mehr Jahren in Deutschland. Mehr als die Hälfte der Ausländer (58 Prozent) hat eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung.
Die Zahl der Einbürgerungen ging um neun Prozent gegenüber 2006 zurück auf 113.000. Seit der Reform des Staatsbürgerschaftsrechts im Jahr 2000 ist das der niedrigste Stand. Die Verschärfung des Aufenthaltsgesetzes im vergangenen Jahr lässt sich an der gesunkenen Zahl der erteilten Visa für Ehepartner und Familienangehörige von Ausländern ablesen, die nach Deutschland nachziehen wollten. 2007 wurden 42.200 Visa ausgegeben. Im Jahr zuvor waren es noch 50.300 Visa gewesen. Im Vergleich zum Höchststand beim Familiennachzug im Jahr 2002 hat sich damit 2007 die Zahl fast halbiert. 3400 ausländische IT-Fachkräfte und 2200 Fachleute in anderen Berufen erhielten im vergangenen Jahr eine Aufenthaltserlaubnis. Auch die Zahl ausländischer Studenten stieg leicht: Im Wintersemester 2006/2007 waren es 47.900, im aktuellen Wintersemester sind es 48.400. Ende 2007 hielten sich zudem 4300 Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis nach der Härtefallregelung in Deutschland auf. Die Zahl der jüdischen Einwanderer stieg gegenüber 2006 wieder leicht an auf 2500. (dpa)