Triefende Nasen:
Erkältungswelle raubt Deutschland den Atem
02.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Das Robert-Koch-Institut sieht noch keinen Grund zur Beunruhigung, auch wenn die Statistik der Arbeitsgemeinschaft Influenza zu akuten Atemwegserkrankungen wie Rachenentzündungen, Bronchitis und Lungenentzündungen für Schleswig-Holstein und Hamburg und Nordrhein-Wstfalen seit Mitte November einen deutlichen Anstieg zeigt. «Das ist mehr als im Rest der Republik, aber noch im Rahmen», sagt RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Es sei eine langsame Ausbreitung von grippalen Infekten und starken Erkältungen zu erkennen. «Aber noch auf niedrigem Niveau.»
Allerdings sei der Ansturm nicht größer als in anderen Jahren. «Das ist jetzt einfach die Erkältungszeit, die immer Mitte November losgeht.» 47 Prozent der Deutschen leiden laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK ein- bis zweimal im Jahr an einer Erkältung. Zwölf Prozent der insgesamt 1000 Befragten plagt öfter als zweimal ein Schnupfen.
Um wieder auf die Beine zu kommen, setzt die Mehrheit auf natürliche Mittel: 61 Prozent der Befragten trinken viel, 58 Prozent vertrauen auf Hausmittel wie heiße Zitrone, Zwiebelsaft und Wickel. 46 Prozent setzen auf ausreichend Schlaf, zu Medikamenten greifen gut 40 Prozent. Zum Arzt geht lediglich jeder Vierte. Allgemeinärztin und DAK-Expertin Cordula Sohst-Brennenstuhl empfiehlt ebenfalls einfache und sanfte Mittel: «Erkältungen kann man oft ohne Medikamente bekämpfen. Gerade im Anfangsstadium wirken Schlaf, viel Flüssigkeit und eine Extra-Portion Vitamine wahre Wunder.» Auch Bewegung und frische Luft sollten trotz Schniefnase drin sein. Wenn die Erkältung jedoch anhalte und Fieber sowie Schüttelfrost hinzukommen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Wer sich schon angesteckt habe, könne andere Menschen schützen, indem er ihnen möglichst nicht die Hand gebe und benutzte Taschentücher schnell entsorge. Wer sich bereits mit einer Erkältung quält und das Gefühl hat, ihm helfen weder Medikamente noch Vitamine, den tröstet vielleicht das alte Sprichwort: Eine Erkältung dauert ohne Behandlung eine Woche, mit Behandlung sieben Tage. (AP)

