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Razzia nach Brandanschlag: 

Neonazis schießen mit Pumpgun in «Strip»-Bar

02. Dez 2008 12:01
Am Sonntrag morgen kam es zu einem Streit in einem Strip-Club
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Erst schossen Rechtsextreme in einer Table-Dance-Bar herum und warfen zwei Brandsätze. Die alarmierte Polizei machte daraufhin bei einer Razzia einen gigantischen Fund.

Eine neue Stufe der Gewalt innerhalb der rechten Szene scheint erreicht zu sein: Nach einem Brandanschlag von Rechtsextremisten auf einen Göttinger Nachtclub hat die Polizei bei einer Razzia in Südniedersachsen ein Waffenarsenal beschlagnahmt.

In den Kreisen Northeim, Osterode und Hildesheim habe man fünf Objekte durchsucht, die der rechtsextremen Kameradschaft Einbeck zugerechnet würden, teilte die Göttinger Polizei am Montag mit. Dabei habe man unter anderem eine Maschinenpistole mit 400 Schuss Munition, ein Repetiergewehr, einen Revolver und eine doppelläufige Schrotflinte sichergestellt.

Auf den Strip-Laden-Besitzer geschossen

Anlass für die Razzia waren eine Schießerei und ein Brandanschlag von Mitgliedern der Kameradschaft auf den Göttinger Nachtclub «Strip». Nach Angaben der Polizei kam es am frühen Sonntagmorgen zu einem Streit zwischen fünf Mitgliedern der Kameradschaft und dem 42-jährigen Geschäftsführer des Clubs.

Dabei habe ein 34-jähriger Rechter mit einer Pumpgun einen Schuss auf den Geschäftsführer abgegeben. Wegen der Gegenwehr des 42-Jährigen habe er aber nur die Wand getroffen, sagte ein Polizeisprecher. Der Schütze aus Göttingen und seine vier Begleiter im Alter zwischen 25 und 38 Jahren wurden anschließend aus der Table-Dance-Bar ausgeschlossen. Wenig später schleuderte die Gruppe zwei Brandsätze gegen den Club, wie die Polizei mitteilte. Sie konnten mit einem Feuerlöscher abgelöscht werden.

Auch Messer und Softair-Waffen gefunden

Gegen den 34-jährigen Pumpgun-Schützen ermittelt die Polizei wegen versuchten Totschlags, Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und versuchter schwerer Brandstiftung. Gegen zwei weitere Rechtsradikale wurde ebenfalls ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter schwerer Brandstiftung eingeleitet. Für die drei Hauptbeschuldigten seien Haftbefehle beantragt worden, sagte der Polizeisprecher weiter.

Die Motive des Angriffs auf den Nachtclubmitarbeiter lägen vermutlich im privaten Bereich. Nach Angaben des Polizeisprechers konnte auch die Pumpgun beschlagnahmt werden. Bei der Razzia stellte die Polizei zudem zahlreiche Messer und Softair-Waffen sicher. Der Göttinger Polizeipräsident Hans Wargel bezeichnete die Waffenfunde als «neue Qualität und besonderen Ausdruck der Gefährlichkeit der rechtsradikalen Szene». Alle Rechtsradikalen sind der Polizei bereits bekannt. (AP)


 
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