Militär verhindert Kaperung vor Somalia: 

netzeitung.deKreuzfahrtschiff entkommt Piraten

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Meist greifen die Piraten in kleinen Schlauchbooten an (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Meist greifen die Piraten in kleinen Schlauchbooten an
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Marineschiffe vieler Staaten patrouillieren vor dem Horn von Afrika. Sie sollen verhindern, dass Kriminelle Handels- und Passagierschiffe angreifen. Nun konnte ein Erfolg vermeldet werden.

Im Kampf gegen die Piraterie vor der Küste Somalias hat die internationale Marine am Montag einen Ergebnis verzeichnet. Kräfte der Task Force hätten verhindert, dass Piraten ein Kreuzfahrtschiff mit 400 Passagieren an Bord kapern konnten, teilte die dänische Marine mit, die derzeit die Task Force am Horn von Afrika leitet. Derweil verließen somalische Piraten nach dem Scheitern von Lösegeldverhandlungen einen vor knapp zwei Wochen gekaperten Frachter aus dem Jemen wieder, teilte die Reederei mit.

Den Einsatz am Montag habe die dänische Marine von einem in Oman liegenden Schiff aus koordiniert, sagte ein Sprecher in Kopenhagen. Er bestätigte lediglich, dass es sich um ein Passagierschiff handelte, das Piraten kapern wollten. Nach dänischen Medienberichten hatte ein Kreuzfahrtschiff eines amerikanischen Eigners am Sonntag über Funk Notsignale ausgesandt. An der Militäroperation soll auch ein französischer Hubschrauber beteiligt gewesen sein.

Hoffung für ukrainisches Schiff
Auch im Fall des im September mit mehr als 30 Kampfpanzern an Bord gekaperten ukrainischen Frachters MS Faina zeichnet sich ein Ende der Verhandlungen ab. Einzelheiten der Freilassung der Besatzung müssten noch abgestimmt werden, sagte Außenamtssprecher Wassili Kirilitsch nach Angaben der Agentur RIA Nowosti.

Die Regierung befasse sich dabei nicht mit dem Lösegeld, sondern konzentriere sich auf diplomatische Bemühungen. Ursprünglich hatten die Piraten für die Freigabe des Schiffes 20 Millionen Dollar verlangt.

Derzeit halten somalische Piraten mehr als ein Dutzend Schiffe und mindestens 300 Seeleute in ihrer Gewalt. Der bisher größte Coup der Seeräuber war der Überfall auf den saudischen Supertanker «Sirius Star» vor der kenianischen Küste. Das Schiff, das Anfang November gekapert wurde, ist mit Rohöl im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar beladen.

Jemenitischer Frachter frei
Der von Bürgerkrieg zerrissene Krisenstaat am Horn von Afrika hat seit 1991 keine funktionierende Regierung. Somalia hat zudem keine Küstenwache. Kriegsschiffe der USA, Frankreichs, Indiens und anderer Staaten sind vor der somalischen Küste im Einsatz, um die häufigen Schiffsüberfälle zu verhindern.

Der Reeder des gekaperten jemenitischen Frachters, Attas Salim Aboud, sagte acht der Piraten seien nach Gesprächen mit Stammesältesten von Bord gegangen. Zwei der Seeräuber harrten noch auf dem Schiff aus. Er gehe aber davon aus, dass auch sie sich überzeugen ließen, von Bord zu gehen, damit die acht Besatzungsmitglieder ihre Fahrt fortsetzen könnten. Attas hatte nach dem Piratenüberfall ausgeschlossen, Lösegeld zu zahlen. Somalische Sicherheitskräfte hatten gedroht, das Schiff zu stürmen, sollten die Gespräche über ein Ende der Besetzung durch die Seeräuber scheitern. (dpa)