23.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Feuerwehr konnte die Kinder retten
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Als seine Frau sich früher einmal von ihm getrennt hatte, wies er sich selbst in die Psychiatrie ein. Diesmal allerdings setzte er sich in seinen Wagen, fuhr ins Wohnzimmer der Schwiegereltern und stach zu.
In einem beispiellosen Gewaltexzess hat ein Mann in Osnabrück versucht, seine ganze Familie auszulöschen, und dabei Frau und Schwiegermutter getötet. Der 33-Jährige raste zunächst mit dem Auto durch ein Terrassenfenster ins Haus, erstach die beiden Frauen mit einem riesigen Fleischermesser und zündete anschließend das Gebäude an, so dass es völlig ausbrannte.
Die zwei kleinen Töchter des Paares konnten gerettet werden. Der Mann selbst erlitt schwere Brandverletzungen und wurde ins künstliche Koma versetzt. Der Mann hatte nach den Ermittlungen kurz vor 06.00 Uhr am Samstagmorgen mit seinem Kleinwagen den Gartenzaun des Reihenhauses durchbrochen und war über den dichtbewachsenen Garten mit voller Wucht durch ein großes Terrassenfenster in das Haus gefahren, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Alexander Retemeyer, sagte: «Das Auto steht komplett im Wohnzimmer.»
30 Zentimeter langes FleischermesserMit einem 30 Zentimeter langen Fleischermesser erstach er den Angaben zufolge eine Frau im Schlafzimmer und eine im Arbeitszimmer. Dann zündete er das Haus mit fünf Litern mitgebrachtem Benzin an. Der Schwiegervater hatte das Licht der Autoscheinwerfer bemerkt und war über ein Fenster geflüchtet.
Der Mann war offenbar schon am Donnerstag mit einem Kanister vor dem Haus aufgetaucht. Die 32-jährige Ehefrau hatte sich den Ermittlungen zufolge von ihren Mann trennen wollen. Beide stammten ursprünglich aus Osnabrück, lebten aber in Landshut. Von dort war die Frau vor einigen Tagen mit den Töchtern zu ihren Eltern gefahren, wie der Behördensprecher weiter sagte.
«Erhebliche Selbstgefährdung» bei BergungIn der Ehe hatte es seit einiger Zeit Probleme gegeben, wie Polizeisprecher Jens Jantos am Sonntag sagte. Bei einer vorübergehenden Trennung im Januar habe der Mann gedroht, sich umzubringen, und sich freiwillig für zwei Tage in die psychiatrische Abteilung des Bezirkskrankenhauses in Landshut begeben.
Die Ehefrau starb noch vor Ort, ihre 53-jährige Mutter im Krankenhaus. Die ein und drei Jahre alten Töchter wurden «unter erheblicher Selbstgefährdung» geborgen, wie die Feuerwehr mitteilte. Sie wurden vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Der 66-jährige Schwiegervater erlitt nach Feuerwehr-Angaben einen Schock und musste ebenfalls ins Krankenhaus.
Das Haus brannte den Angaben zufolge komplett aus. Eine Obduktion der Leiche der Ehefrau ergab mehrere Messerstiche, darunter in Herz, Lunge und Leber. Das Obduktionsergebnis für die Schwiegermutter lag am Sonntag nach Polizeiangaben noch nicht vor. (AP)