20.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Über den Wolken: zwei Boeings der Fluglinie Air Canada.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Von wegen Frauen und Technik: In der irischen Stadt Shannon musste ein Flugzeug notlanden, weil der Copilot einen Nervenzusammenbruch hatte. Eine fähige Stewardess nahm das Steuer des Copiloten in die Hand.
In dem am Mittwoch veröffentlichten Untersuchungsbericht der irischen Flugbehörde wird die Flugbegleiterin ausdrücklich gelobt. Im Januar hatte der Copilot der Fluggesellschaft Air Canada bei dem Flug mit einer Boeing 767 von Toronto nach London im Januar einen Nervenzusammenbruch erlitten. Der 58-Jährige musste von zwei Ärzten, die sich an Bord befanden, ruhiggestellt werden und gewaltsam aus dem Cockpit entfernt werden. Dabei wurde ein Crew-Mitglied leicht verletzt.
Die Stewardess hatte auf Anordnung des Piloten zunächst unter den Passagieren nach einem qualifizierten Piloten gesucht und war schließlich selbst als Helferin eingesprungen. Die Flugbegleiterin verfügte über eine abgelaufene Lizenz zum Ablesen von Fluginstrumenten und einen Flugschein. Von den 146 Passagieren an Bord kam bei dem Zwischenfall niemand zu Schaden.
Der Copilot musste elf Tage in psychischer Behandlung in einem irischen Krankenhaus verbringen, bevor er von einem Sanitätsflugzeug zurück nach Kanada geflogen wurde. (AP/nz)