«Länder mit hohem Einkommen schneiden bei der Frage nach der Zufriedenheit im Leben sehr gut ab», sagte Branislav Mikulic von der Europäischen Stiftung für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound). Glück und Zufriedenheit wüchsen aber nicht zusammen mit dem Bankkonto: «Wenn eine bestimmte Stufe des Einkommens erreicht ist, spielt mehr Geld keine große Rolle mehr bei der Steigerung der Lebensqualität.» Als Beispiel führt der Forscher die nordischen Länder an, wo die befragten Menschen unterschiedlicher Gehaltsstufen ein ähnliches Glücksempfinden äußerten. Die Dänen, Finnen, Schweden und ähnlich glücklichen Niederländer schätzen die Spannungen zwischen Arm und Reich in ihrer Heimat zugleich sehr gering ein. In Deutschland, Frankreich, Polen und Österreich wird der Gegensatz zwischen armen und reichen Bürgern viel stärker empfunden.
Vor allem in den Ländern, die der EU seit 2004 beitraten, können vergleichsweise viele Menschen sich auch einfache Dinge nicht leisten. In den meisten neuen EU-Staaten haben mehr als 15 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben zu wenig Geld, um ihre Wohnung zu heizen oder mindestens jeden zweiten Tag eine warme Mahlzeit mit Fisch oder Fleisch aufzutischen. Ärmere erlebten auch ihr Familienleben als schwieriger, hieß es.